Das Thema Ernährung betrifft uns alle. Unsere Ernährungsweise hat weitreichende Konsequenzen für Natur, Gesellschaft und Gesundheit. Über ein Drittel der globalen Treibhausgasemissionen sind auf das aktuelle Ernährungssystem zurückzuführen. Dazu tragen einerseits direkte Emissionen wie Methan aus Wiederkäuern oder Reisfeldern, fossile Energieträger für Transport, Beheizung, Verarbeitung von Lebensmitteln bei. Andererseits spielen auch indirekte Emissionen eine nicht zu vernachlässigende Rolle. Letztere entstehen durch die Abholzung von Wäldern oder andere Formen der Landumnutzung um mehr Anbauflächen für Nahrungsmittel zu kreieren. Damit schadet unser heutiges Ernährungssystem nicht nur dem Klima, sondern hat auch weitreichende, negative Auswirkungen auf die Artenvielfalt und Lebensbedingungen der Menschen.
Wie könnte also eine zukunftsfähige Ernährungsweise aussehen? Dieser Frage widmen sich Bürgerinnen und Bürger des Kantons St. Gallens im Rahmen des transdisziplinären Forschungsprojekts „aufgedeckt – Rat für Ernährung“. Der Rat für Ernährung besteht aus 19 Bürgerinnen und Bürger. Diese wurden über Organisationen und Vereine, die sich mit dem Thema Ernährung beschäftigen, zur Teilnahme eingeladen. Sie sind die Hauptakteurinnen und -akteure des Rates für Ernährung. Aufgeteilt in zwei Gruppen kommen die Teilnehmenden über einen Zeitraum von drei Monaten von Ende März bis Juni mehrfach zusammen, um sich mit dem Schweizer Ernährungssystem und dessen Herausforderungen auseinander zu setzen – dies in einem deliberativen Prozess.