Dialog & Kooperation
Energieagentur St.Gallen

26. Mai 2022

Das Areal Bach blüht auf – und mit ihm ein ganzes Quartier

Auf dem ehemaligen Gelände der SBB beim Bahnhof St.Fiden in St.Gallen befindet sich das Areal Bach. Bis zur späteren Überbauung erhält die Bevölkerung die Möglichkeit, das Areal zusammen mit Verein Areal Bach zu gestalten. Entstanden ist ein Begegnungsort für das Quartier.

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Beat Kölbener
Projektleiter Energie und Bauen, Energieagentur St.Gallen

Die Stadt St. Gallen erwarb das Areal im Jahr 2008 als künftiges Entwicklungsgebiet. Nachdem es jahrelang brach lag, konnte im November 2020 die Umsetzung der Idee einer Zwischennutzung bis zu einer zukünftigen Bebauung starten. Seitdem ist ein vielfältiges Quartierzentrum entstanden und entwickelt sich ständig weiter. Dank der tatkräftigen Unterstützung vieler engagierter Menschen ist das Areal Bach schon jetzt eine Erfolgsgeschichte. Melanie Diem ist Präsidentin des Vereins Areal Bach, dem Trägerverein und Impulsgeber hinter der Zwischennutzung des Areals.

Melanie Diem, du warst von Anfang an mit dabei, Ideen für das Areal Bach zu entwickeln und umzusetzen. Was ist hier alles entstanden?

Vordergründig betrachtet sind es eine Beiz, ein Naturgarten, ein Nutzgarten und ein paar Pflanzungen, genauer gesagt 150 Bäume und Sträucher. In Wirklichkeit ist es unendlich viel mehr. Das Areal Bach bietet Naturräume mitten in der Stadt und ein soziales Zentrum im Quartier. Hier befinden sich Aufzuchtsflächen für Pflanzen, Sträucher und Bäume. Sie schaffen ein neues Mikroklima. Hier finden Tiere einen neuen Lebensraum. Hier finden Menschen unterschiedlichsten Alters und Herkunft zusammen. Sie treffen sich zufällig oder für verschiedene Aktivitäten und knüpfen soziale Kontakte. Das Areal Bach ist eine Spielwiese für neue Ideen und Experimente. Es ist eine Bereicherung für Mensch und Natur.

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Wir beleben gemeinsam mit der Bevölkerung das Areal Bach zu einer naturnahen Begegnungszone und schaffen einen bunten Treffpunkt im Quartier mit lebenswerten Freiräumen für Jung und Alt.

Melanie Diem

Präsidentin Verein Areal Bach

Lohnt es sich denn, einem Areal eine Zwischennutzug zuzuführen und so viel Tolles aufzubauen, wenn man weiss, dass eh alles früher oder später wieder wegmuss?

Und wie – aus ganz vielen Gründen. Aber vorweg ist wichtig zu wissen: Die Zwischennutzung ist auf 5 Jahre vertraglich garantiert mit der Möglichkeit auf Verlängerung, bis die Bagger für eine zukünftige Bebauung auffahren. Dies kann noch eine Weile dauern. Wir haben damit Planungssicherheit und müssen nicht von heute auf morgen wieder weg. Das Areal bietet die einmalige Gelegenheit, die Bedürfnisse der Quartierbevölkerung auszuloten und zu testen. Was sich bewährt, kann in die Entwicklung eines Zukunftsprojekts einfliessen. Das steigert die Akzeptanz einer Arealentwicklung in der Bevölkerung. Und das verstehe ich unter moderner soziokultureller Stadtentwicklung. Das Areal Bach zeigt zudem auf, wie Flächen und Plätze durch Begrünung attraktiver werden und schneller belebt werden. Stadtbegrünung ist für mich Standortentwicklung. Wir alle wissen mittlerweile, wie wichtig Naturflächen gerade in der Stadt sind und wie gut sie gegen Hitzeinseln und Trockenheit wirken. Und wenn das Ende der Zwischennutzung kommt? Pflanzen, Sträucher und Bäume werden, wenn immer möglich, umgepflanzt und anderswo weiterwachsen. Bauten und Gegenstände können an anderen Orten ihre Funktion erfüllen. Aber das wichtigste ist: Die gemachten Erfahrungen können für andere Projekte weitergegeben werden. Die Erlebnisse werden zu Erinnerung und die sozialen Bande werden bestehen bleiben – vieles wird bleiben.

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Das Areal bietet Platz für vielerlei Aktivitäten. In der Agenda sind alle regelmässigen und speziellen aufgelistet.

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Die Feuerstelle am neuen Standort dürfen alle nutzen, die eigenes Holz mitbringen.

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In diesem Bereich der Neupflanzungen soll auch ein Lebensturm zu stehen kommen.

Werfen wir noch einen Blick in die Zukunft. Worauf dürfen sich Besucherinnen und Besucher in den kommenden Wochen und Monaten freuen?

Die Bevölkerung im Quartier, und manchmal auch Auswärtige, kommen immer wieder mit neuen Ideen auf den Verein zu. Zusammen loten wir das Entwicklungspotenzial aus und freuen uns über alle, die mithelfen möchten. So haben wir eine Vielzahl von Aktivitäten entwickelt, die wir auch in dieser Sommersaison weiterführen. Baulich ist ein neuer Barfussweg am Entstehen. Und gegen die Passerelle hin wächst gerade ein Naschweg. Die Liste der Veranstaltungen auf unserer Website ist lang. Dazu gehören die Kinderbaustelle, verschiedene Gartentreffs, das Biblio-Bike, Generationen in Bewegung, der Quartier-Flohmarkt und Unikaten Markt, Konzerte, das Solar-Kino und vieles mehr. Auf der Website sehen Interessierte jeweils, ob der Gastrobetrieb Gustav Gleis geöffnet hat. Ob geplant oder spontan, ein Besuch auf dem Areal Bach lohnt sich bestimmt.

Faktencheck

  • Im Kulturgarten finden über 20 Parteien zusammen. Gerade ältere Menschen und zugezogene mit Migrationshintergrund haben ein enormes Wissen, das sie austauschen können. Alle pflegen eigene und gemeinschaftliche Hochbeete und knüpfen soziale Kontakte.
  • Ökoflächen mit einheimischen Pflanzen und Gehölzen bieten Tieren und Insekten naturnahen Lebensraum in der Stadt.
  • Die Tierwelt nimmt den neuen Lebensraum schnell an und fördert damit weiter die Biodiversität.
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Was können Sie tun?

  • Besuchen Sie das Areal Bach: Erleben Sie diesen speziellen Ort und seine Ausstrahlung.
  • Tragen Sie die Idee weiter: In jeder kleineren und grösseren Ortschaft gibt es ungenutzte Flächen, die einen Mehrwert für Mensch und Natur generieren können.
  • Lassen Sie sich in inspirieren von den verschiedenen Möglichkeiten zur aktiven Mitarbeit.

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