Verwaltung & Versorgung
Kanton St.Gallen Amt für Wasser und Energie

03. März 2022

Ecospeed unterstützt St.Galler Gemeinden bei der Energie- und CO2-Bilanz

Die 77 Gemeinden im Kanton St.Gallen tragen mit ihrer Energie- und Klimapolitik massgeblich dazu bei, das Energiekonzept 2021-2030 umzusetzen. Dabei unterstützt der Kanton die Gemeinden bei der Erarbeitung ihrer Energie- und CO2-Bilanzen mit der kostenlosen Onlineplattform Ecospeed.

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Sabrina Rohner
Freie Journalistin

Griffige Massnahmen gegen den Klimawandel erfordern Wissen über Energieverbrauch und Energieerzeugung. «Was man nicht misst, kann man nicht steuern», so Valentin Graf. Der Umweltingenieur unterstützt als Energiestadtberater die Klima- und Energiepolitik mehrerer St.Galler Gemeinden. Städte und Gemeinden sind zentral, um die kantonale Klimapolitik umzusetzen. Gemeinden bestimmen mit, wie Energie lokal produziert und welche Energie für die Wärmebereitstellung und Mobilität genutzt wird. Die kommunale Orts- und Infrastrukturplanung beeinflusst so direkt die Klima- und Energiepolitik.

Grafik AWE Blog_ Ecospeed

Energiedaten in den Gemeinden erfassen

Eine kommunale Energie- und CO2-Bilanz bilden zusammen mit einer Energieplanung die Grundlagen für ein professionelles Energiekonzept. Das St.Galler Energiegesetz verpflichtet alle Gemeinden, ein solches Konzept zu erarbeiten. Dabei unterstützt das Amt für Wasser und Energie die St.Galler Gemeinden und stellt ihnen den Zugang zur Onlineplattform Ecospeed kostenlos zur Verfügung. Dort können Gemeinden die Daten vom Kanton durch eigene Informationen ergänzen und so ihre Datengrundlage verbessern. Aktuell nutzen 45 von 77 St.Galler Gemeinden das Angebot des Kantons und haben einen direkten Zugriff auf die Onlineplattform Ecospeed. Den weiteren Gemeinden steht die Nutzung offen. Marcel Knöri ist Projektleiter Energiedaten und Energiewirtschaft im Amt für Wasser und Energie (AWE) und für die kantonale Energiestatistiken zuständig: «Das Bilanzierungs- und Rapportierungstool Ecospeed bietet den Gemeinden eine einfache Entscheidungsgrundlage, um energie- und klimapolitische Massnahmen zu erarbeiten.» Marcel Knöri stellt fest, dass in den letzten Jahren die Nachfrage nach Energiedaten stark zugenommen hat. Mit Ecospeed unterstützt der Kanton die Gemeinden, Energiebilanzen zu erstellen und daraus konkrete Massnahmen abzuleiten.

«Energiepolitik ist ein Standortfaktor»

Ein kommunales Energiekonzept bildet auch eine wesentliche Grundlage für das Label Energiestadt. Aktuell gibt es 464 Energiestädte in der Schweiz, 75 davon tragen das Label Energiestadt Gold (Stand Februar 2022). Valentin Graf, der als Energiestadtberater am Puls der Gemeinden ist, sagt: «Es geht auch um Reputation. Wenn die Gemeinden gute Arbeit leisten, sollen sie dies auch zeigen dürfen. Energie- und Klimapolitik ist inzwischen zu einem Standortfaktor geworden und Gemeinden tragen das Label Energiestadt mit Stolz.» Das Label unterstütze die Gemeinden, eine aktive Energiepolitik zu betreiben und erhöhe so auch die Lebensqualität, indem die Gemeinde zum Beispiel den öV ausbaut, die gemeindeeigenen Liegenschaften energetisch saniert oder Wärmeverbünde fördert. Dabei arbeiten die Gemeinden oftmals mit Nachbargemeinden oder der Region zusammen, wie beispielsweise in der Fachgruppe Energie des Vereins St.Galler Rheintal. Gleichzeitig können sich die Gemeinden – ähnlich wie heute beim Faktor Steuerfuss – auch in der Klima- und Energiepolitik fleissig messen.

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Gemeinden sind Klimavorbilder

Innovative Gemeinden haben denn auch Vorbildcharakter. So hat zum Beispiel die Stadt Altstätten beschlossen, sich bis 2025 vertieft dem Thema Wärmeversorgung zu widmen. Sie richtet sich an den nationalen und kantonalen Klimazielen aus und unterstützt eine zügige Umsetzung der Wärmetransformation zu emissionsarmen, erneuerbaren Energien auf dem gesamten Stadtgebiet. Mit der Revision des Energiekonzepts werden die nötigen Grundlagen zu den energiepolitischen Zielen der Stadt Altstätten zur Wärmetransformation erarbeitet. Dabei sollen als Ausgangslange die gebäudescharfen Energiedaten genutzt werden, die das neue Angebot Ecospeed Immo in den kommenden Wochen zur Verfügung stellen wird. Mit dem neuen Angebot von Ecospeed erhofft sich Graf eine besser zugängliche Datengrundlage für Energieplanungen und eine harmonisierte Datengrundlage bei den St.Galler Gemeinden: «Somit bleibt mehr Zeit, um energierelevante Massnahmen der Gemeinden sorgfältig zu planen.»

Entscheidungsgrundlage für klimapolitische Massnahmen
Das AWE erhebt und berechnet verschiedene Daten über den Energieverbrauch und der Energieproduktion. Diese Informationen werden je Gemeinde aufbereitet und in die Onlineplattform Ecospeed gestellt. Ecospeed ergänzt die vorhandenen Daten und berechnet alle notwendigen Resultate wie Primärenergie und CO2-Emissionen. Mit dem Tool können nebst den energetischen Emissionen auch die nichtenergetischen Emissionen beispielsweise aus der Landwirtschaft berechnet werden.

 

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