30. Juni 2026
Fünf Fragen an Luca Zillig-Klaus
Fernwärme statt fossile Abhängigkeit: In Flawil entsteht derzeit ein Generationenprojekt, das die Energiezukunft der Gemeinde nachhaltig prägt.
Mehr erfahren16. Juni 2026
Wie bereitet sich eine Stadt auf Starkregen und Hitze vor? Ein Entsiegelungsspaziergang durch Buchs zeigt anschaulich, wie Schwammstadt-Massnahmen schon heute helfen, Wasser besser zu nutzen und das Stadtklima spürbar zu verbessern.
Rund 40 Personen versammeln sich am heissen 28. Mai 2026 beim Bahnhof Buchs um den Feierabend für einmal ein bisschen anders zu gestalten. Gemeinsam macht die Gruppe einen Spaziergang rund um das Thema Entsiegelung und Schwammstadt. Die Stadt Buchs ist vertreten durch Stadtrat Fred Rohrer (Ressort Klima, Umwelt und Natur), Stadtrat Andreas Schwarz (Ressort Bau und Infrastruktur) und Beat Cerny (Leiter Werkhof).
Andreas Schwarz, Stadtrat für das Ressort Bau und Infrastruktur
RheinCity: Innenentwicklung mit Mehrwert
Andreas Schwarz erläutert, dass sich Buchs in einer Wachstumsphase befindet. Darum sei die Innenverdichtung umso wichtiger. Das wiederum bedeutet, dass die Zwischenräume qualitativ hochwertig gestaltet werden müssen, um die Lebensqualität der Bewohnenden zu erhöhen. Dies zeigt er uns am Beispiel RheinCity – einer Überbauung direkt beim Bahnhof Buchs.
Da sich unterhalb des Innenhofs die Tiefgarage befindet, wurde die Begrünung mittels Hochbeeten gelöst. In diesen finden sich Bäume und Sträucher sowie zum Zeitpunkt des Besuchs ein rotes Meer aus Mohnblumen. Neben den Hochbeeten wurde geschaut, dass möglichst wenige der Flächen versiegelt sind, stattdessen wurden offen sickerfähige Flächen erstellt. Betont wird an diesem Beispiel auch, dass die Zusammenarbeit mit dem Investor sehr gut lief. Dieser war offen für das Thema – so konnte ein Mehrwert für die Stadt und die Bewohnenden geschaffen werden.
Fred Rohrer, Stadtrat für das Ressort Klima, Umwelt und Natur
Strassenräume sind Lebensräume
Die Stadt Buchs zeigt, dass insbesondere die Strassenräume Orte sind, wo sie als Gemeinde wirken können. Der Spaziergang führt uns an die Kreuzung bei der Wiedenstrasse. Hier wurde an jeder Ecke eine Rabatte angelegt. Die Bäume, die schon vorher da waren, bekamen eine grössere Baumgrube und es wurde weiter begrünt. Fred Rohrer erläutert, dass sie von der Stadt Buchs stetig dabei sind, solche Orte zu suchen, wo sie relativ schnell und einfach entsiegeln können.
Beat Cerny, Leiter Werkhof
Dies hilft sowohl der Biodiversität als auch der Siedlungsentwässerung. Zudem habe es viele positive Rückmeldungen aus der Bevölkerung zu diesem Projekt gegeben. Auf die Frage eines Teilnehmenden bezüglich der Auswirkungen auf den Winterdienst, antwortet Beat Cerny wie folgt: Das sei kein Problem. Den Schnee können sie in die Rabatten schieben – und bisher sei auch das Salz kein Problem gewesen. Für das Jäten und die Pflege vergibt die Stadt Buchs jeweils Zweijahresverträge an die Gartenbaufirmen, welche die Arbeiten umsetzt. So sei die Pflege gesichert.
Pionierprojekt Quartierstrasse
Wir spazieren weiter. Von der Kleestrasse aus, hat man einen guten Blick auf die Renaturierung des Bords beim Giessenweg. Mit einer neuen Bepflanzung wurde das Ufer aufgewertet und bietet nun neuen Lebensraum für Pflanzen und Tiere. Andreas Schwarz erzählt, dass dieses Projekt letztes Jahr zu Aufruhr führte – da es Leute gab, die das bestehende Grün erhalten wollten. Leider war dieses Grün aber weder divers noch ökologisch wertvoll. Es sei daher auch immer wichtig Sensibilisierungsarbeit zu leisten und die Leute mitzunehmen.
Die Anwohnenden abzuholen war auch bei der Kleestrasse ein Erfolgsfaktor. Die Quartierstrasse gilt als schweizweites Pionierprojekt für eine Strasse aus Betonverbundsteinen. Der versickerungsfähige und helle Belag verursacht weniger Abstrahlung und heizt sich und die Umgebung merklich weniger auf. Auch in Bezug auf Lärm ergeben sich durch die Verbundsteine keine Nachteile. Im Vergleich zu einer «normalen» Strasse war sie zwar teurer, die Stadt geht aber davon aus, dass es sich in der Lebenszyklus-Betrachtung lohnen wird. So können zum Beispiel auf dieser Strasse bei Leitungssanierungen die Steine entfernt und wieder eingebaut werden, ohne den ganzen Belag zu erneuern.
Fassadenbegrünung bei der International School
Gute Beispiele auch bei Privaten
Um zum nächsten Halt zu gelangen, spazieren wir die gesamte Kleestrasse entlang und treffen uns vor der International School für den nächsten kurzen Input. Fred Rohrer erwähnt die Schule als gutes Beispiel für ein privates Grundstück, das eine gute Umgebungsgestaltung gemacht hat. Gerade bei Schulen ist die Gestaltung des Aussenraums von grosser Bedeutung (siehe hierzu auch den Blogbeitrag der letzten Feierabend-Veranstaltung). An der International School bewundern wir noch die Fassadenbegrünung, bevor wir in die Werdenbergstrasse einbiegen, die erst kürzlich saniert wurde.
Buchser Standards im Strassenbau
Die Werdenbergstrasse zeigt wie der Standard in Buchs künftig aussehen soll. Regenwassermanagement, Hitzeminderung und Biodiversität werden dabei berücksichtigt. So ist die ganze Bewässerung auf die Parkplätze und die dazwischen liegenden Baumgruben ausgelegt. Es braucht dadurch weniger Schächte und die Kanalisation wird entlastet. Das Gefälle der Strasse musste dementsprechend angepasst werden. Die Längsparkierungsfelder sind mit begrünbaren und versickerungsfähigen Rasenlinern-Platten ausgebildet. Gemäss Ausführungen von Beat Cerny werden höchstens die Bäume im Notfall bewässert. Ansonsten wächst in den offenen Baumgruben was sich durchsetzt. Bisher sei immer etwas gewachsen.
Ecoraster aus Plastik
Temporär und Marke Eigenbau
Ein weiteres Beispiel für eine entsiegelte Parkplatzfläche erwartet uns beim Schulprovisorium Aeuli. Hier wurde ein Kiesplatz in ein Parkplatz umgewandelt – und zwar mit Ecoraster aus Plastik. Diese können später wieder ausgebaut und wieder verwendet werden. Sie wurden hier als Alternative und aus Kostengründen zu Rasenliner-Parkplätzen eingebaut. Die Gestaltung der Parkplätze sowie die ganze Umgebungsgestaltung sei «Marke Eigenbau» – da es sich um ein Provisorium handelt. Das Beispiel macht deutlich: Auch einfache und temporäre Lösungen können einen wertvollen Beitrag zur klimaangepassten Gestaltung leisten.
Eine Frage des Geldes
Der Abschluss unseres Spaziergangs führt uns in den ebenfalls entsiegelten Innenhof beim Restaurant da Noi, wo wir einen Apéro geniessen. Hier verweist Fred Rohrer nochmals auf das Förderprogramm der Stadt Buchs, das auch Massnahmen im Bereich der Klimaanpassung fördert. Die eigenen Projekte, die wir auf dem Spaziergang gesehen haben, werden durch einen Investitionskredit der Stadt finanziert.
Eine konsequente Umsetzung des Schwammstadtprinzips – also die Versickerung von Regenwasser direkt vor Ort – kann zudem erhebliche Kosten einsparen. Jeder Liter Wasser, der in die Kläranlage gelangt, verursacht Ausgaben. Ein Quadratmeter versiegelte Fläche, die direkt in die ARA entwässert, kostet im Jahr ein Franken. So wird deutlich, dass sich jede entsiegelte Fläche nicht nur ökologisch, sondern auch finanziell lohnt.
Der Spaziergang zeigt: Klimaanpassung passiert nicht nur auf dem Papier, sondern Schritt für Schritt vor unserer Haustür. Mit durchdachten Projekten, engagierten Fachleuten und einer offenen Bevölkerung macht Buchs vor, wie eine lebenswerte, zukunftsfähige Stadt aussehen kann.
Die Feierabend-Veranstaltung fand im Rahmen der Umsetzung der Strategie zur Anpassung an den Klimawandel im Kanton St.Gallen statt. Sie wurde in Zusammenarbeit mit der Stadt Buchs organisiert. Der Kanton bietet zur Unterstützung von Gemeinden eine Vorgehensberatung zum Thema Anpassung an den Klimawandel an.
Was kann ich tun?
Kanton St.Gallen Amt für Wasser und Energie
Das Amt für Wasser und Energie setzt sich ein für sichere und intakte Gewässer, für den Schutz vor Hochwasser und Naturgefahren, für den Schutz und die nachhaltige Nutzung der Flüsse, Bäche, Seen und des Grundwassers, für eine rationelle und effiziente Verwendung der Energie und für den Schutz des Klimas.
30. Juni 2026
Fernwärme statt fossile Abhängigkeit: In Flawil entsteht derzeit ein Generationenprojekt, das die Energiezukunft der Gemeinde nachhaltig prägt.
Mehr erfahren08. Mai 2026
Impressionen und Bilder aus Veranstaltungen im ganzen Kanton.
Mehr erfahren19. Januar 2026
Der Energiepreis würdigt die nachhaltigen und innovativen Energielösungen.
Mehr erfahren