Hitzewellen fördern Depressionen
Hitzewelle haben aber nicht nur Auswirkungen auf die physische Gesundheit, auch die Psyche sei betroffen. So wisse man, dass Depressionen und bipolare Störungen bei Hitzestress zunehmen, sagte Manuel P. Stadtmann, Leiter des Kompetenzzentrums Psychische Gesundheit an der OST. «Wissenschaftlich ist das Thema noch nicht ausreichend erforscht. Aber wir gehen davon aus, dass Neurotransmitter, wie Noradrenalin, Dopamin und Serotonin, die an der Stimmungsregulierung beteiligt sind, auch für die Thermoregulation verantwortlich sind.» Dies würde erklären, weshalb «eine Untergruppe von Menschen mit sommerbedingten schweren Depressionen zu kämpfen hat». Auch Stephan Dettmers, Professor am ISAL Institut für Soziale Arbeit im Lebensverlauf, erläuterte an Beispielen, wie Hitzewellen die «bio-psycho-soziale Verschränkung» beeinflusst und soziale Ungleichheit verstärkt.