08. Juni 2026
Der Zeit voraus gebaut und jetzt voll im Trend
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Die Sommer in der Schweiz werden heisser – und der Griff zur Klimaanlage liegt nahe. Doch Klimageräte verbrauchen viel Strom, Platz, verursachen Lärm und verstärken das Problem (Hitzeeintrag im Aussenraum), das sie lösen sollen. Die gute Nachricht: Wer sein Zuhause gezielt schützt, hält die Hitze oft ganz ohne aktives Kühlen draussen. Fünf Massnahmen, die wirklich helfen.
Gekippte Fenster tagsüber bringen keine Abkühlung, sondern holen warme Luft ins Haus. Lüften lohnt sich nur, wenn die Aussentemperatur tiefer ist als die Raumtemperatur – also frühmorgens oder nachts. In dieser Zeit die Fenster weit öffnen und querlüften. Wer gegenüberliegende Fenster oder Türen gleichzeitig öffnet, schafft Durchzug und transportiert angestaute Wärme schnell nach draussen.
Das Auslüften über mehrere Stunden führt auch zur Abkühlung der Gebäudekonstruktion. Das Wiederaufheizen der Konstruktionsmasse verzögert am nächsten Tag den Temperaturanstieg.
Direkte Sonneneinstrahlung ist die grösste Wärmequelle im Sommer. Storen, Rollläden oder Fensterläden sollten deshalb tagsüber geschlossen bleiben. Entscheidend dabei: Der Sonnenschutz gehört nach aussen und jedes Fenster am Gebäude ist zu schützen. Einerseits wird dadurch verhindert, dass die Glasscheiben erhitzen und andererseits, dass die Solarstrahlung ins Rauminnere tritt und den Raum erwärmt. Das rechtzeitige Herunterlassen der Storen beim ersten Sonnenstrahl am Morgen schützt vor der Erwärmung und vor der späteren Überhitzung des Raums.
Langfristig zahlen sich auch eine gute Wärmedämmung und moderne Fenster mit Sonnenschutz aus: Sie wirken nicht nur im Winter, sondern halten im Sommer die Hitze wirksam draussen.
Elektronische Geräte wie der Herd, Backofen oder Geschirrspüler sowie Beleuchtung heizen die Räume zusätzlich auf. Es lohnt sich, Geräte vollständig auszuschalten, statt im Stand-by-Modus zu belassen. Energieintensivere Geräte sollten möglichst in den kühleren Abendstunden betrieben werden. Der Umstieg auf LED-Lampen reduziert ebenfalls die Abwärme.
Feuchtequellen in den Innenräumen sollten ebenfalls verringert oder nach draussen verlagert werden. Feuchte Wäsche beispielsweise sollte draussen aufgehängt werden.
Heizungsthermostaten sind möglichst auf «null» zu stellen. Es gibt leider viele Heizungen, die bereits bei 17 °C Aussentemperatur einschalten. In Sommernächten ist dies sehr kontraproduktiv und sollte auf jeden Fall vermieden werden. Am besten wird der Wärmeerzeuger in den Sommermonaten komplett ausgeschaltet oder die Heizgrenze wird auf 12 °C Aussentemperatur eingestellt.
Mit einem eher langsam laufenden Deckenventilator wird dank des leichten Luftzuges die Raumtemperatur um gefühlte 3 bis 5 °C gesenkt. Im Gegensatz zu Klimageräten sind Ventilatoren sehr energieeffizient und die natürliche Luftzirkulation ist schonender als der kalte Luftzug von Klimageräten.
Begrünte Balkone, Terrassen und Fassaden spenden Schatten und kühlen durch Verdunstung (Evapotranspiration) ihre unmittelbare Umgebung. Durch die thermischen Effekte und leichte Luftzüge im Aussenraum kühlt die feuchte Luft unseren Körper ab, etwa so, wie wenn man im Freien aus dem Wasser steigt.
Um von Zeit zu Zeit die eigene Körperwärme abzukühlen, hilft es, ein feuchtes Tuch über die Schultern zu legen. Bäume und Büsche vor dem Haus schützen zudem Fenster und Wände vor direkter Sonneneinstrahlung. Je dichter die Begrünung ist, desto intensiver ist dieser Effekt. Zudem fördern die richtigen Pflanzen die Biodiversität und speichern das Regenwasser vor Ort.
Wer frühzeitig lüftet, konsequent verschattet und die internen Wärmequellen reduziert, schafft auch an heissen Tagen ein angenehmes Raumklima – ganz ohne Klimaanlage. Gut für den Geldbeutel, gut fürs Klima.
Für weitere Informationen und eine kostenlose Erstberatung kontaktieren Sie die Energieagentur St.Gallen: Energieagentur St.Gallen Sommerlicher Wärmeschutz
Oder schauen Sie in unsere Sammlung von Gebäude mit sommerlichem Wärmeschutz.
Was kann ich tun?
Im Beitrag Sommerlicher Wärmeschutz in der Praxis findest du konkrete Praxisbeispiele, wie man sein Gebäude kühl halten kann (Punkt 2 & 5).
Unter Hitzeplan SG findest du die Strategie des Kantons St.Gallen zum Schutz vor Hitze sowie weitere gute Tipps und Tricks wie du dich selbst und andere schützen kannst.
Willst du genau wissen, wie warm es bei dir Zuhause werden kann? Der Kanton St.Gallen hat für alle Gemeinden Klimakarten erstellt auf denen die Situation tagsüber und nachts abgebildet wird: Klimakarten | sg.ch
Energieagentur St.Gallen
Wir fördern erneuerbare Energien und schaffen Netzwerke.
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