Bildung & Innovation
OST - Ostschweizer Fachhochschule

28. April 2026

Mit Bildung und Forschung in eine nachhaltige Zukunft

Die OST – Ostschweizer Fachhochschule arbeitet als Schlüsselpartnerin des St. Galler Energiekonzepts 2030 aktiv an einer nachhaltigen Zukunft. Sie unterstützt die Wirtschaft und Gesellschaft auf diesem anspruchsvollen Weg direkt mit angewandter Forschung. Die Hochschule bildet zudem Fachleute aus, die sich im späteren Berufsleben mit Energie- und Umweltfragen befassen.

csm_6005947_sebastian_keller_aa6b489a31

Sebastian Keller
Kommunikation, Ostschweizer Fachhochschule

Zwar zieren keine Glaskugeln die Campus der OST, doch die Zukunft ist in den Hörsälen und Labors vielleicht doch etwas plastischer als anderswo. Das ist kein Wunder: Die OST entwickelt und forscht an nachhaltigen Lösungen und bildet die Fach- und Führungskräfte von morgen aus. Dabei arbeitet sie praxisorientiert und konkret an der Umsetzung der kantonalen Nachhaltigkeitsziele mit.

Nachhaltigkeit ist für die OST ein zentrales Thema. Sie ist Bestandteil jedes Studiengangs – von der Architektur über die Betriebsökonomie, von der Physiotherapie bis zur Sozialen Arbeit. Sein Programm im Namen trägt der Bachelorstudiengang Erneuerbare Energien und Umwelttechnik. Die angehenden Umweltingenieurinnen und -ingenieure beleuchten beispielsweise das Thema Kreislaufwirtschaft. Im Modul «Abfallaufbereitung und Recycling» lernen sie, wie Feststoffgemische nach physikalischen Eigenschaften zerlegt werden können und welche Möglichkeiten für die Sortierung und Abscheidung zur Verfügung stehen. Im Modul «Urban Mining» lernen sie wiederum, wie Abfall selbst zur wertvollen Ressource wird. Die Studierenden befassen sich dabei auch mit Kosten und Nutzen von Recyclingverfahren für verschiedene Stoffe.

Klimaneutraler Beton und Handyhüllen aus alten Skischuhen

Die OST bietet neben dem vielfältigen Studienangebot ein breites, anwendungsorientiertes Forschungsangebot in mehr als 30 Forschungsinstituten. Der Fokus liegt auf den drei interdisziplinären Schwerpunkten «Klima und Energie», «Angewandte Künstliche Intelligenz» sowie «Gesund leben und altern». Im Schwerpunkt «Klima und Energie» bündelt die Fachhochschule die Kräfte für eine nachhaltige Zukunft.

Daraus resultieren vielfältige Lösungsansätze – häufig zusammen mit Forschungspartnern aus Industrie und Wirtschaft. So ist die OST unter anderem daran beteiligt, klimaneutralen Beton zu entwickeln oder aus alten Skischuhen iPhone-Hüllen zu produzieren. Für letzteres Projekt hat das IWK Institut für Werkstofftechnik und Kunststoffverarbeitung der OST zusammen mit der Taschenherstellerin FREITAG ein spezielles Verfahren entwickelt.

Das «F385 Circ-Case» besteht aus rezykliertem thermoplastischen Polyurethan (rTPU) und ist selbst wieder rezyklierbar. Die Skischuhe werden von der Davoser Argo Werkstätte gesammelt, auf vorliegende Kunststoffsorten geprüft und zu Flakes verarbeitet. Mittels Compoundierung, einem Verfahren der Kunststoffindustrie, werden diese dann am IWK in Rapperswil-Jona aufbereitet, von Fremdmaterialien und Restverschmutzung getrennt und regranuliert. Im Spritzgussverfahren stellt die Pfister Werkzeugbau AG daraus schliesslich die preisgekrönten Handyhüllen her.

Die Anstrengungen für eine nachhaltige Zukunft gehen noch weiter: So steht in Rapperswil-Jona beispielsweise eine Forschungsplattform für erneuerbare Energieträger und chemische Grundstoffe nach dem Power-to-X-Verfahren – also die Umwandlung von erneuerbarem Strom, Wasserstoff und CO2 in grünes, klimaneutrales Erdgas. Die Entwicklung kostengünstiger Wasserstofftankstellen für den Schwerverkehr ist dabei ebenfalls eine Zielsetzung. In Buchs wiederum steht ein einzigartiges Wärmepumpen-Testzentrum. Ebenfalls im St.Galler Rheintal wird daran geforscht, wie E-Lkw flott geladen oder wie Batterien aus Elektroautos ein zweites Leben geschenkt werden kann.

Das Wissen weitertragen

Schliesslich legt die OST grossen Wert auf Transfer in die Gesellschaft, auf Austausch und Netzwerk. Sie veranstaltet regelmässig öffentliche Diskussions- und Fachtagungs-Formate oder ist Gastgeberin. Im Dezember 2025 organisierte sie den Sustainable University Day 2025: Auf dem Campus Rapperswil-Jona kamen 110 Dozierende, Forschende, Studierende sowie Mitarbeitende aus allen bedeutenden Universitäten und Hochschulen des Landes zusammen, die sich für die Förderung der Nachhaltigkeit engagieren. Im Mai 2026 ist die OST wiederum Teil der Green Days des Kantons St.Gallen sowie der Green City Days in Rapperswil-Jona.

Schritt für Schritt wird die nachhaltige Zukunft plastischer, die vielleicht in einem Labor oder einem Hörsaal der OST ersonnen wurde.

Was kann ich tun?

  • Denke in Kreisläufen: Achte im Alltag auf langlebige, reparierbare und recycelbare Produkte. Unterstütze Unternehmen und Initiativen, die Materialien mehrfach nutzen oder Abfall als Ressource verstehen.
  • Teile oder leihe Produkte anstatt sie zu kaufen: Im Blogbeitrag zur Bibliothek der Dinge in St.Gallen erfährst du mehr dazu.
  • Informiere dich an den Green Days: Vom 7.-9. Mai 2026 kannst du über 40 Veranstaltungen zu Nachhaltigkeit, Energieeffizienz oder klimafreundlicher Mobilität entdecken. Die Übersicht gibt’s hier: Green Days

 

Weitere Stories zu «Bildung & Innovation»

Team_ZügigidFerie
Essen & Reisen
Gemeinsam wirkt | MaCs Managing Climate Solutions

11. Mai 2026

Zügig id Ferie: Mit dem Zug die nächste Reise geniessen

Die neue Plattform macht sichtbar, wie Zugreisen im Vergleich zu Auto und Flug in Sachen Emissionen, Kosten und Reisezeit abschneiden – und unterstützt bewusste Ferienentscheide.

Mehr erfahren
Zügig id Ferie: Mit dem Zug die nächste Reise geniessen

Bei Verwendung dieser Webseite stimmen Sie zu, dass Cookies auf Ihrem Computer gespeichert werden. Mehr Informationen

Newsletter Energieblog abonnieren