Der Stromer ist währenddessen vollgeladen und wir fahren von Egilstadir los! Wir biegen links ab, da das Wetter und die Temperaturen im Süden etwas besser ist. Aufgrund der kalten Temperaturen und Winterpneus beträgt die effektive Reichweite 250 km anstatt der sonstigen 350 km. Das ist nie ein Problem, da die Ladedichte an der Ringstrasse genug hoch ist. Wir werden öfters auch Umwege fahren oder nochmals umkehren, um Fotos in anderem Licht zu schiessen und die Batterie reicht immer. Wir haben keine Übernachtungen vorreserviert, da wir mit dem Zelt sehr flexibel unterwegs sind und die Touristendichte im Mai nicht hoch ist. Darum fahren wir einfach durch die Landschaft, es hat Nebel, Schnee und Regen, bis wir einen Zeltplatz oder eine Unterkunft finden. Auf dem Weg treffen wir auf die erste ON-Ladestation, das sind jene, bei denen angerufen werden kann und die Ladestation fernfreigeschaltet wird. Wird es funktionieren? Telefonieren ist mein Job, da ich fliessend Englisch spreche. Wir wählen die Nummer, ich werde zügig verbunden und erkläre unsere Situation. Der Berater fragt nach dem Namen der Ortschaft, in welcher wir uns befinden, aber es hapert bei mir mit der isländischen Aussprache. Zum Glück ist jede Station mit einer Nummer bezeichnet. Als Bestätigung wird dennoch der Name der Ortschaft erwähnt und so komme ich in den Genuss, die korrekte Aussprache diverser Isländischer Ortschaften zu lernen. Das Telefonat dauert keine zwei Minuten und die Ladestation ist freigeschaltet. Wir können gratis tanken! Insgesamt werden wir auf der ganzen Insel nur 25 CHF für Energie ausgeben, da es ganz wenige Ladestationen mit Direktzahlungen gibt. Das Freischalten der Ladestationen klappt immer auf Anhieb und anstehen müssen wir auch nie. Nur einmal, in Jökusarlon, ist die Ladestation durch ein Hybridfahrzeug besetzt. Wir sind zum Glück nicht auf die Ladung angewiesen, da die nächste Station nicht fern ist.