19. Januar 2026
Waldkircher Energiepreis 2025: Vorbildliche Projekte für eine nachhaltige Zukunft
Der Energiepreis würdigt die nachhaltigen und innovativen Energielösungen.
Mehr erfahren14. Januar 2026
Am 30.Oktober 2025 fand im Sittertal der Jahresanlass des "Agenda 2030 - Netzwerk St.Gallen" statt. Austausch und Vernetzung rund ums Thema Kunst, Kultur und Nachhaltigkeit stand auf dem Nachmittags-Programm - ein durchwegs gelungener Anlass mit vielen neuen Erkenntnissen.
Einmal jährlich trifft sich das «Agenda 2030 – Netzwerk St.Gallen» an einem spannenden Ort und beschäftigt sich mit einem spezifischen Thema rund um Nachhaltigkeit. Dieses Jahr verschlug es uns ins Sittertal zur Stiftung Sitterwerk und der Kunstgiesserei St.Gallen. Welche Gedanken macht sich ein international tätiger Kunstbetrieb zum Thema Nachhaltigkeit? Wie wir erfahren durften: So einige!
Kanal zur Wasserkraft-Anlage
Eine Frage der Energie
Insbesondere das Energie-Thema treibt die zuständigen Personen um. Man kann sich vorstellen, dass das Produzieren von Kunstwerken aus Materialien wie Stahl oder Bronze viel Energie benötigt. Die vorhandene Wasserkraft war 1993 auch ein wichtiger Grund für die Ansiedlung der Kunstgiesserei im Sittertal. Das alte Industrieareal wurde bereits 1835 wegen der Nähe zum Wasser und der damit einhergehenden Energiegewinnung genutzt, damals für das Betreiben einer Spinnerei.
Trotz des Wasserkraftwerks verbraucht die Kunstgiesserei aber immer noch viel fossile Energie für die Produktion und Herstellung der Kunstwerke aus aller Welt. Der erste Schritt für die Nachhaltigkeitsverantwortliche Stella Carlsen war es darum, eine Klimabilanz zu erstellen. Mit dieser Ausgangslage soll zukünftig weitergearbeitet werden und das grosse Potenzial das auf dem Gelände vorhanden ist, z.B. die vielen Dächer für Photovoltaik-Anlagen, genutzt werden.
Unterwegs im Sittertal
Während unseres Nachmittags-Anlasses konnten wir die verschiedenen Orte und Räumlichkeiten auf dem Areal kennenlernen. Zum Start trafen sich die über 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Magazin der Stiftung Sitterwerk. Die anwesenden Personen setzten sich zusammen aus Energiefachleuten, Kunstschaffenden, Verwaltungsmitarbeitenden, zivilgesellschaftlichen Organisationen, Wirtschaftsvertretenden, Vertretenden aus dem Bildungs- und Kulturbereich etc. – kurz gesagt: es traf sich eine diverse Gruppe. Deshalb starteten wir unter Anleitung von Rhea Braunwalder von OstSinn mit einer Vernetzungssequenz in den Nachmittag. So konnten erste neue Kontakte geknüpft und der Austausch gestartet werden.
Anschliessend machten wir uns in zwei Gruppen auf den Weg um mehr über die Kunstgiesserei und die Stiftung Sitterwerk zu erfahren. Felix Lehner, der Gründer und Leiter der Kunstgiesserei St.Gallen sowie Mit-Initiant der Stiftung Sitterwerk, führte uns durch die verschiedenen Werkstätten und Räume der Kunstgiesserei. Er erklärte uns, welche Arbeiten mit welchen Materialien gerade durchgeführt wurden. So konnten wir zahlreiche Kunstwerke in Entstehung sehen.
Wayne Switzer, Leiter des Werkstoffarchivs und Architekt, war für den zweiten Teil der Führung mit dem Schwerpunkt Architektur zuständig. Er führte uns über das Gelände und zeigte uns die unterschiedlichen Gebäude auf dem Areal. Besonders in Erinnerung blieb wohl allen der Pool mit Badehaus. Dieser stammt noch aus der Zeit als auf dem Areal ein Mädcheninternat für Mädchen aus dem Rheintal stand. Gleich nebenan steht das Studio von Jim Dine, einem Popart-Künstler aus den USA. Der Bau besteht aus 60 Prozent wiederverwendeten Bauteilen und ist damit ein Beispiel für kreislauffähiges Bauen. Den Ausgangspunkt für den Bau, der aus einem Atelier und einem Wohnteil besteht, bildet ein Stahlkran aus Hamburg. Aber auch St.Gallen ist vertreten: Die Türen stammen von der Olma.
Zum Abschluss der Führung trafen wir uns alle im Werkstoffarchiv zu einer Pause mit feinem Kuchen, frischen Früchten und Kaffee.
Nachhaltigkeit in der Kunst oder nachhaltige Kunst?
Nach der Pause ging es mit dem zweiten Teil des Nachmittags weiter. Die Teilnehmenden konnten sich für eines der drei Tischgespräche entscheiden.
Energieprozesse im Sitterwerk: In diesem Tischgespräch vertieften Istvàn Scheibler, Stella Carlsen und Felix Lehner von der Kunstgiesserei St.Gallen die Klimabilanz, die sie erstellt haben. Es wurde mit den Anwesenden darüber diskutiert, wie die erneuerbaren Energien weiter ausgebaut werden können, was alles noch geplant ist und wohin die Reise gehen soll.
Einfach zu einer ökologisch nachhaltigen Kulturpraxis: Martina Wyrsch von der Tiefgrün GmbH präsentierte, was die grossen «Brocken» bei Kulturveranstaltungen und im Kulturbetrieb sind, die am meisten negative Auswirkungen auf die Umwelt haben. Sie zeigte zum Beispiel Ökobilanzen von Mobilität und Gastronomie, die aufzeigten welche Auswirkungen es hat, wie die Besucher:innen anreisen und was sie konsumieren. Sie verwies auch auf verschiedene Hilfsmittel und Netzwerke aus dem Kulturbereich, die bereits bestehen und beigezogen werden können.
Ein künstlerischer Beitrag zum mikrobiellen Leben im Wasser: Die Künstlerin Riikka Tauriainen setzt sich in ihrem künstlerischen Schaffen mit unterschiedlichen Nachhaltigkeitsthemen auseinander. Momentan beschäftigt sie sich insbesondere mit dem Thema Wasser. Sie arbeitet hier mit Wissenschaftler:innen zusammen. Diese Kooperation findet sie besonders spannend – so arbeitet die Wissenschaft und die Kunst am gleichen Thema, aber mit unterschiedlichen Fragen. Die Umsetzung ihrer künstlerischen Arbeit erfolgt meist fotografisch und filmisch.
Die Tischgespräche zeigten, wie vielfältig das Thema Nachhaltigkeit in Kunst und Kultur besprochen werden kann. Die drei Runden hätten wohl auch noch lange weiterdiskutieren können. Es war eine Herausforderung, alle für einen kurzen Abschluss im Werkstoffarchiv zusammenzubringen.
Apéro inmitten von Kunst
Zum Abschluss dieses inspirierenden Nachmittags wurde uns im Kesselhaus Josephsohn ein sehr feiner und üppiger Apéro serviert. Hier konnten die neu geknüpften Kontakte vertieft und mit alten Netzwerkbekanntschaften angestossen werden.
Wir freuen uns bereits auf den Jahresanlass im 2026 und sind gespannt wohin es uns dann verschlägt. Ideen, Inputs und konkrete Vorschläge sind herzlich willkommen (an agenda2030@sg.ch).
Apéro im Kesselhaus Josephson
Als Besucher:in von Kulturveranstaltungen:
Als Kulturbetrieb:
Agenda 2030 – Netzwerk St.Gallen
Das Netzwerk «Agenda 2030 - Netzwerk St.Gallen» verfolgt das Ziel die Agenda 2030 durch Akteurinnen und Akteure aus Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Staat im Kanton St.Gallen als gemeinsame Aufgabe in unterschiedlichen Rollen koordiniert und selbstorganisiert zu entwickeln und umzusetzen.
19. Januar 2026
Der Energiepreis würdigt die nachhaltigen und innovativen Energielösungen.
Mehr erfahren13. November 2025
Quartierbeck und Quartiercafé neu bei Fair Trade Town Gossau.
Mehr erfahren10. November 2025
Der Award würdigt die Arbeit von Unternehmen, die sich für Nachhaltigkeit einsetzen.
Mehr erfahren