Planung & Versorgung
Energieagentur St.Gallen

17. März 2026

Neue Datengrundlage zu Heizungstypen: Qualitätsoffensive stärkt die St.Galler Energiewende

Titelbild: Projektleiter Martin Krapf und Daniel Wittenwiler (v.l.n.r.)

Wie wird im Kanton St.Gallen geheizt? Diese scheinbar einfache Frage ist entscheidend für Energieplanung, Klimastrategien und Investitionen in erneuerbare Wärme. Dank einer umfassenden Qualitätsoffensive liegt nun erstmals eine nahezu vollständige und verlässliche Datengrundlage zu den Heizungstypen in Wohngebäuden vor.

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Lilian Wehrle
Energieagentur St.Gallen

Die Energieagentur St.Gallen hat die Einträge im Eidgenössischen Gebäude- und Wohnungsregister (GWR) systematisch überprüft, korrigiert und ergänzt. Damit steht Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit erstmals ein nahezu vollständiges Bild der Wärmeversorgung im Gebäudepark zur Verfügung.

90’000 Datensätze aus 187 Quellen geprüft

Das GWR bildet das datentechnische Rückgrat für Energieplanungen und Klimabilanzen auf Ebene der Gemeinden, der Regionen und des Kantons. In den vergangenen Monaten hat die Energieagentur St.Gallen die Heizungsdaten von zehntausenden Wohngebäuden im Kanton St.Gallen mit zusätzlichen Quellen abgeglichen und bereinigt. Insgesamt flossen rund 90’000 Datensätze aus 187 verschiedenen Datenquellen in die Qualitätsoffensive ein.

Massiver Qualitätssprung

Durch die systematische Überprüfung konnte der Anteil aktueller Heizungsinformationen kantonsweit von rund 30 auf 95 Prozent gesteigert werden. Gleichzeitig reduzierte sich der Anteil an «unbestimmt» klassifizierten Energiequellen nahezu auf null. Die aktualisierte Datengrundlage zeigt: Der Wandel hin zu erneuerbaren Energien im St.Galler Gebäudepark ist bereits weit fortgeschritten. Dennoch werden weiterhin rund 50 Prozent der Wohngebäude mit fossilen Energieträgern beheizt.

Gemeinsamer Erfolg von Kanton und Gemeinden

An der Bereinigungsaktion beteiligten sich 53 Gemeinden. Die Stadt St.Gallen führt ihre Einträge kontinuierlich nach, weshalb dort keine zusätzliche Bereinigung notwendig war. Der Kanton unterstützte das Projekt finanziell, da es eine fundierte Grundlage für strategische Entscheide schafft.

Die umfassende Aktualisierung ist kein einmaliges Projekt. Die Verantwortung für die Führung und Aktualisierung des Registers liegt bei den Gemeinden. Auch Gebäudeeigentümerinnen und -eigentümer können zur Datenqualität beitragen: Änderungen an Heizsystemen sollten der zuständigen Gemeinde oder direkt dem Bundesamt für Statistik gemeldet werden. Denn nur mit aktuellen und präzisen Daten lassen sich Fernwärmenetze wirtschaftlich planen und Fördergelder dort einsetzen, wo sie für den Ersatz fossiler Systeme am dringendsten benötigt werden.

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