Mobilität & Verkehr
Mobilitätsallianz

09. April 2026

SFS Group – 400 Autos weniger pro Tag in Heerbrugg

Wie lässt sich das Mobilitätsverhalten in einem Industrieunternehmen an einem Standort mit über 1’500 Mitarbeitenden verändern? Die SFS Group in Heerbrugg zeigt, dass Veränderung möglich ist, wenn man sie gemeinsam gestaltet. Mit einem neuen Mobilitätskonzept, entwickelt im Rahmen der Mobilitätsallianz Ostschweiz, wird nachhaltiges Pendeln zur echten Alternative.

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Christian Stieger
Tarifverbund OSTWIND

Nach den erfolgreich lancierten Projekten bei der Bühler AG in Uzwil und der thyssenkrupp Presta AG in Eschen hat auch die SFS Group in Heerbrugg ihre Mitarbeitendenmobilität im Rahmen der Mobilitätsallianz neu gedacht. Ziel ist es, CO₂-Emissionen zu senken, Parkflächen effizienter zu nutzen und gleichzeitig attraktive Alternativen zum Auto zu schaffen.

Das neue Konzept, das im Mai 2025 eingeführt wurde, basiert auf einem klaren Prinzip: Wahlfreiheit mit Verantwortung. Die Mitarbeitenden entscheiden selbst, welches von drei Mobilitätspaketen zu ihrem Alltag passt: Aktiv, öV oder Auto. Wer klimafreundlich unterwegs ist, profitiert von subventionierten Abos und Spezialkonditionen auf Bikes, E-Bikes und Zubehör am hauseigenen Bike-Day. Gleichzeitig wird das Parkieren neu bepreist und dies abhängig von der Erreichbarkeit des Wohnorts mit Bike oder ÖV.

«Das neue Mobilitätskonzept bewegt in vielerlei Hinsicht. Und sicher bewegt es viele Menschen weg vom Auto: Rund 400 Fahrzeuge pro Tag weniger auf dem Parkplatz zeigen das deutlich. Wir sind überzeugt, mit den attraktiven ÖV-Abos, den Anreizen für den Langsamverkehr und den fairen Parkgebühren einen Mehrwert für unsere Mitarbeitenden und die Umwelt geschaffen zu haben.» 

Lukas Graf
Corporate Communications SFS Group

Das Resultat ist beeindruckend: Bereits kurz nach der Einführung stehen täglich rund 400 Autos weniger auf dem Firmenparkplatz. Das entspricht einer Reduktion des motorisierten Individualverkehrs um etwa 30 Prozent.

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V. l. n. r. Manuel Herzog (Dott), Markus Schait (Verkehrsplaner Kt. SG), Alexander Bartl (Gemeinderat Widnau), Lucia Burtscher (42hacks), Christina Burri (SFS), Marc Stoffel (Co-Founder 42hacks), Beat Tinner (Regierungsrat SG), Michael Pfirter (Geschäftsführer Ostwind), Jens Breu (CEO SFS), Urs Lüchinger (Gemeindepräsident Balgach)
V. l. n. r. Manuel Herzog (Dott), Markus Schait (Verkehrsplaner Kt. SG), Alexander Bartl (Gemeinderat Widnau), Lucia Burtscher (42hacks), Christina Burri (SFS), Marc Stoffel (Co-Founder 42hacks), Beat Tinner (Regierungsrat SG), Michael Pfirter (Geschäftsführer Ostwind), Jens Breu (CEO SFS), Urs Lüchinger (Gemeindepräsident Balgach)

Die Mobilitätsallianz Ostschweiz begleitete die Umsetzung von der Datenerhebung bis zur Kommunikation. Sie brachte Partner aus Kanton, Gemeinden und Mobilitätsdienstleistung an einen Tisch und half, das Konzept auf die Bedürfnisse des Standorts und der Belegschaft abzustimmen. So entstand ein Modell, das nicht nur ökologische Wirkung zeigt, sondern auch wirtschaftliche Vorteile bringt: geringere Parkplatzkosten, weniger Verkehrsaufkommen und eine gestärkte Arbeitgebermarke.

Veränderung durch Kooperation

Die SFS Group steht stellvertretend für viele Unternehmen in der Ostschweiz, die sich aktiv in die Allianz einbringen. Ihr Beispiel zeigt, dass nachhaltige Mobilität keine Einschränkung bedeutet, sondern neue Spielräume schafft – für Mitarbeitende, Betriebe und Gemeinden gleichermassen.

Was kann ich tun?

  • Als Mitarbeitende: Nutze die vorhandenen ÖV-Angebote und prüfe, ob dein Arbeitsweg multimodal – also mit Bahn, Bus, Velo oder Carpooling – möglich ist.
  • Als Unternehmen: Führe Mitarbeitendenumfragen zur Mobilität durch. Die Ergebnisse zeigen schnell, wo Verbesserungen machbar sind.
  • Als Gemeinde oder Region: Unterstütze Pilotprojekte, die nachhaltige Mobilität erleichtern – insbesondere in grenzüberschreitenden Räumen wie dem Rheintal.

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