Mobilität & Verkehr

24. März 2026

slowUp in der Ostschweiz – Mobilität neu denken und erleben

Jährlich schaffen die slowUp in der Schweiz Erlebnisse der besonderen Art: Strassen, die sonst dem motorisierten Verkehr gehören, stehen für einen Tag im Zeichen der Bewegung mit eigener Muskelkraft. Drei dieser motorfahrzeugfreien Erlebnistage finden in den Kantonen St. Gallen und Thurgau statt. Sie zeigen, wie sanfte Mobilität konkret erfahrbar wird: frei, entspannt und generationenübergreifend

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Miriam Fischer
Kommunikation Thurgau Tourismus

Was ist ein slowUp?

slowUp ist eine Grossveranstaltung, bei der Strassen für einen Sonntag komplett für den motorisierten Verkehr gesperrt werden. Velos, Inlineskates, Kickboards und Füsse prägen das Bild. Das Prinzip ist bewusst einfach: keine Startnummern, kein Leistungsdruck, keine Anmeldung. Vielmehr stehen Bewegung, Begegnung und Entdeckung im Mittelpunkt – eingebettet in ein freiwilliges Rahmenprogramm entlang der Strecke.

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«Ein slowUp ist viel mehr als ein Freizeitevent – er zeigt, wie angenehm und frei sich Strassen anfühlen können, wenn Menschen statt Autos den Takt bestimmen.»

Adrian Braunwalder

Geschäftsführer slowUp Bodensee

Vom Ursprung zur Vision

Die Idee des slowUp entstand im Jahr 2000, im Vorfeld der Expo.02 rund um den Murtensee und hat sich seitdem schweizweit etabliert. Die Ostschweiz ist früh eingestiegen:

  • slowUp Bodensee seit 2002
  • slowUp Zürichsee seit 2004
  • slowUp Werdenberg–Liechtenstein seit 2006

Gemeinsam verfolgen sie übergeordnet ein Ziel: Mobilität neu denken und erlebbar machen, indem der öffentliche Strassenraum einmal im Jahr anders genutzt wird, fern von Hektik und Autolärm.

Die drei Ostschweizer slowUp ziehen jedes Jahr Tausende von Menschen an. Die Streckenlandschaften sind unterschiedlich, doch das Bedürfnis nach entschleunigter Bewegung eint alle Veranstaltungen.

Portrait Helene Tobler

«Der slowUp Zürichsee feierte 2025 seine 20. Austragung. Das zeigt, wie gross das Bedürfnis ist, Strassen einmal anders zu erleben – als Raum für Bewegung, Begegnung und gemeinsames Unterwegssein.»

Helene Tobler

Geschäftsführerin slowUp Zürichsee

Was wurde erreicht – Wirkung jenseits des Sonntags

slowUp tragen zur langfristigen Förderung sanfter Mobilität bei. Viele Teilnehmende berichten, dass sie im Alltag häufiger auf das Auto verzichten und ÖV, Velo oder Fussweg nutzen. «Die Rückmeldungen zeigen: Wer einmal am slowUp mitgerollt ist, denkt auch im Alltag öfter um. Genau darum geht’s – nicht um Verzicht, sondern um Gewinn an Lebensqualität» sagt Adrian Braunwalder, Geschäftsführer slowUp Bodensee.

Auch Begegnung und grenzüberschreitende Bewegung prägen die Erlebnisse – besonders beim slowUp Werdenberg–Liechtenstein.

Portrait René Lenherr-Fend

«Der slowUp Werdenberg–Liechtenstein verbindet Menschen über Grenzen hinweg und zeigt, wie viel Freude gemeinsame Bewegung in der Region auslösen kann.»

René Lenherr-Fend

Geschäftsführer slowUp Werdenberg–Liechtenstein

Herausforderungen – zwischen Euphorie und Realität

Viele sind begeistert dabei – doch das organisatorische Fundament ist fragil: Freiwilligenarbeit wird knapper, Sicherheitsanforderungen steigen, Sponsoren sind nicht mehr selbstverständlich. Der Aufwand für Streckensperrung, Verkehrsumleitungen, Logistik, Rahmenprogramm und Kommunikation ist hoch – gerade bei begrenzten finanziellen Mitteln und personellen Ressourcen. Adrian Braunwalder betont: «Der slowUp lebt vom Miteinander – auf der Strecke und in der Organisation. Freiwillige sind unser Rückgrat. Ohne sie steht die Bewegung still.»

Ziele – über den Anlass hinaus

Die drei slowUp tragen dazu bei, dass nachhaltige Mobilität sichtbar und spürbar wird – generationenübergreifend, offen und niederschwellig. Das stärkt nicht nur das Bewegungsverhalten, sondern auch das gesellschaftliche Verständnis für öffentliche Räume, die fair verteilt und sinnvoll genutzt werden. Helene Tobler findet es besonders wertvoll, dass gerade Kinder beim slowUp oft zum ersten Mal erleben, wie sich Strassen ohne Verkehr anfühlen – das verändert ihre Vorstellung von Mobilität nachhaltig.

SlowUp Werdenberg Liechtenstein
slowUp Werdenberg-Liechtenstein Quelle: Gianluca Urso
slowUp_Zürichsee_1
slowUp Zürichsee
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slowUp Bodensee

Wie du dich beteiligen kannst

Die Teilnahme am slowUp ist bewusst kostenlos. Damit soll ein klares Signal gesetzt werden: Die öffentliche Hand stellt diesen Anlass der Bevölkerung einmal im Jahr zur Verfügung und lädt dazu ein, Strassen gemeinsam zu erleben und zu geniessen. Beim slowUp Bodensee kann vor Ort freiwillig eine Vignette erworben werden, um den Anlass zu unterstützen. Wer sich darüber hinaus engagieren möchte, kann sich als Voluntari einbringen oder dazu beitragen, Gemeinden und Unternehmen für ein stärkeres Engagement zu gewinnen.

Termine 2026:

  • 3. Mai 2026 – slowUp Werdenberg–Liechtenstein
  • 30. August 2026 – slowUp Bodensee
  • 27. September 2026 – slowUp Zürichsee

Weitere Informationen: www.slowup.ch

 

Was kann ich tun?

  • Erlebe einen slowUp
    Nimm an einem slowUp teil und spüre selbst, wie befreiend ein Tag auf autofreien Strassen ist. Perfekt, um das Velo (wieder) für dich zu entdecken.
  • Neue Velowege erkunden
    Lerne deine Umgebung auf zwei Rädern neu kennen. Auf SchweizMobil findest du eine Vielzahl wunderschöner Routen – ideal für gemütliche Ausfahrten oder sportliche Touren. Mehr zur Geschichte von SchweizMobil liest du in unserem Beitrag Von den ersten Wegweisern zum Velofahren der Zukunft
  • Das Velo im Alltag nutzen
    Ob zur Arbeit, zum Einkaufen oder für kurze Besuche: Oft ist das Velo die schnellere, stressfreiere und nachhaltigere Wahl. Du bleibst in Bewegung – und schützt gleichzeitig Klima und Umwelt.

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