Warum wir über Kleidung reden müssen
Jährlich werden weltweit 150 Milliarden Kleidungsstücke produziert – doppelt so viele wie noch 2012. Die Textilbranche ist heute für rund 10% der globalen CO₂-Emissionen verantwortlich und zählt zu den umweltschädlichsten Industrien überhaupt. In der Schweiz werfen wir jedes Jahr über 100’000 Tonnen Kleidung weg – nur etwa die Hälfte davon wird gespendet oder weiterverwendet, der Rest wird verbrannt.
Hinzu kommen gravierende soziale Missstände: In den Produktionsländern reichen die Löhne meist nicht zum Leben, Arbeitsrechte werden systematisch verletzt, und besonders Frauen sind in der globalen Modeindustrie prekären Bedingungen ausgesetzt.
Diese Tatsachen zeigen deutlich: Unser Umgang mit Kleidung ist nicht zukunftsfähig. Projekte wie „St. Gallen verknüpft“ möchten genau hier ansetzen – indem sie zeigen, wie wertvoll Textilien sein können, wenn wir sie anders betrachten.
„St. Gallen verknüpft“ – das textile Netzwerk vor Ort sichtbar machen
Begleitet wird die Installation von einem vielschichtigen Programm «St. Gallen verknüpft»:
- Beim Upcycling-Workshop verwandeln Besucher:innen alte Jeans mit St. Galler Stickerei zu Unikaten.
- Bei Flickevents wird kaputte Kleidung direkt vor Ort gemeinsam repariert – sichtbar, kreativ und gemeinschaftlich.
- Im Solarkino wird Mode zum Thema – unter freiem Himmel und mit viel Gesprächsstoff.
So werden bestehende Angebote vernetzt, gestärkt und sichtbar gemacht – für mehr Wertschätzung und weniger Verschwendung.