Planung & Versorgung

22. Januar 2026

Wald statt Asphalt: Renaturierung auf Industriegelände

Wo seit Jahrzehnten ein toter, asphaltierter Parkplatz war, sollte wieder Natur einkehren. Auf dem Gelände der Zünd AG entstand auf der Fläche eines 2000m2 grossen Parkplatzes ein naturnaher Wald mit über 70 grossen Bäumen.

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Conrad Amber
Baumexperte

*Titelbild: Karl Zünd und Conrad Amber vor den ausgewählten Bäumen

Vom Parkplatz zum Wald

Karl Zünd, erfolgreicher Unternehmer und Senior der ZÜND AG in Altstätten, wollte – aus Dank und als Wertschätzung – der Natur etwas zurückgeben.
Durch den Bau einer grossen Montagehallte mit Tiefgarage wurde die Fläche der ursprünglichen Parkplätzen von 2000 m2 frei. Hier entstand ein natürlicher Wald, als Lebensraum für Tiere und Pflanzen und als Erholungsraum für Mitarbeitende.

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Das Areal des ehemaligen Parkplatzes, bevor es in einen kleinen Wald verwandelt wurde.
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Zuerst wurde der Asphalt abgetragen beim ehemaligen Parkplatz.
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Die Waldlandschaft wurde mit bis zu 2m hohen Hügeln angelegt.

Nachhaltigkeit als Leitprinzip

Es sollte möglichst schonend, regional und nachhaltig vorgegangen werden. Durch das Umpflanzen zahlreicher Großbäume aus der Umgebung, die ansonsten gefällt worden wären, haben wir das Prinzip des „Recyclings“ auch in die Waldfläche umgesetzt.

Unerwartete Hürden unter der Oberfläche

Nach rund zweijähriger Planungs- und Koordinationsarbeiten begannen im März 2025 die Bauarbeiten. Beim Abtragen des Asphalts war schnell klar: der lehmige Boden darunter war kontaminiert und für einen langfristigen Bewuchs mit Großbäumen ungeeignet. Trotz der erheblichen Mehrkosten bestand Karl Zünd auf der Umsetzung der Renaturierung, es ist seine Haltung der Verantwortung der Heimat und der Zukunft gegenüber.

Für den Bodenaustausch wurde das Gelände mehrere Meter tief ausgehoben und mit einem naturnahen, waldähnlichen Bodenaufbau versehen. Die benötigten Materialien kamen aus der direkten Umgebung, zum Beispiel konnten Anlandungen von Bergbächen ausgebaggert werden.

Ein Wald mit Struktur und Vielfalt

Die Waldlandschaft wurde angelegt und bekam bis zu 2m hohe Hügel. Dazu wurden Totholz in Form alter Stämme und Wurzelstöcke eingebracht, ebenso einige Natursteinhaufen. Beides bilden wertvolle Lebensräume für Nützlinge und künftige Naturwaldbewohner. Die Bepflanzung mit unterschiedlichen, heimischen Baum- und Straucharten, unter anderem aus nahegelegenen Baumschulen erfolgte im Mai.

Einzigartig für den Zündwald ist, dass 35 grosse Bäume hier ihre Heimat gefunden haben, die sonst gefällt worden wären. Von einem Parkplatz aus der Nähe gruben wir aufwändig eine 40-jährige Stieleiche aus, die mit Ihren Ausmaßen den Wald überragen sollte. 12 Meter hoch und ein Stammumfang von 120cm. Aus Altach (gleich über der Grenze in Österreich) erhielten wir frisch ausgegrabene Hainbuchen und Feldahorne, manche über 10m hoch und 25 Jahre alt. Sie wurden zusammen mit weiteren Sträuchern und Waldpflanzen (wie Farne, Efeu etc.) im November 2025 eingepflanzt.

Insgesamt sind nun im Wald über 70 grössere Bäume und rund 180 Sträucher, wir können mit großem Stolz auf über 40 Gehölzarten verweisen und bald schon werden sich die Ökosysteme auf den Wald übertragen und diesen zu einer natürlichen Fläche entwickeln.

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Einpflanzung eines Baumes.
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Viele Bäume und Sträucher sind bereits gepflanzt.
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Der neu angelegte Wald dient auch als Erholungsort für die Mitarbeitenden.
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Das fertige Ergebnis: der Zünd-Wald.

Mehrwert für Mensch und Natur

Schon wenige Wochen nach der Erstpflanzung konnten wir div. Singvögel hören, Wildbienen, Schmetterlinge beobachten, Pilze und Moose haben sich angesiedelt und div. Fremdpflanzen, die wir gerne begrüßen, sofern sie sich nicht invasiv verhalten.

Ab dem Frühjahr 2026 sind auch Führungen und Bestimmungstouren geplant. Für die Mitarbeiter der Zünd AG hat sich diese Fläche bereits zum fixen Erholungsraum und Treffpunkt entwickelt, der nicht ohne Stolz auch Gästen und Besuchern vorgestellt wird. Wie es ein Mitarbeiter – während der Pflanzarbeiten so treffend sagte: «Hier werde ich meine Pausen verbringen und mich mit neuer Energie auftanken!»

Bildquelle: Alle Bilder von Conrad Amber

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