Wirtschaft
Ökoprofit

26. August 2026

Was die PHSG aus ÖKOPROFIT mitnimmt

Nachhaltigkeit ist für viele Organisationen längst mehr als ein Schlagwort. Die Herausforderung besteht heute darin, gute Absichten in konkrete Massnahmen zu übersetzen und Fortschritte messbar zu machen. Genau hier setzt ÖKOPROFIT an. Die Pädagogische Hochschule St.Gallen (PHSG) hat sich 2024 entschieden, am Programm teilzunehmen – und zieht nach dem ersten Projektjahr eine positive Bilanz.

Autor Ökoprofit PHSG

Markus Seitz & Rainer Marte
Verwaltungsdirektor PHSG & Leiter Infrastruktur PHSG

Warum die PHSG bei ÖKOPROFIT mitgemacht hat

Als Bildungsinstitution beschäftigt sich die PHSG seit vielen Jahren intensiv mit Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE). Nachhaltigkeit soll jedoch nicht nur Gegenstand von Lehre, Forschung & Entwicklung, Weiterbildungen und Dienstleistungen sein, sondern auch im eigenen Hochschulbetrieb sichtbar und erlebbar werden.

Mit der Teilnahme an ÖKOPROFIT wollte die PHSG ihre Aktivitäten im Bereich Umwelt- und Ressourcenmanagement systematisieren, zusätzliche Fachimpulse erhalten und bestehende Massnahmen weiterentwickeln. Besonders wertvoll war dabei die Möglichkeit, sich mit Unternehmen und Institutionen aus unterschiedlichen Branchen auszutauschen und voneinander zu lernen.

ÖKOPROFIT bot der Hochschule einen strukturierten Rahmen, um Nachhaltigkeit im Campusbetrieb gezielt voranzutreiben, Kennzahlen zu erfassen und konkrete Verbesserungen umzusetzen.

Vom Workshop zur Umsetzung

Der Einstieg in das Programm erfolgte im Mai 2024. Während eines Jahres nahm die PHSG an verschiedenen Workshops teil und wurde zusätzlich individuell beraten. Gemeinsam mit Fachpersonen und anderen teilnehmenden Organisationen wurden Themen wie Energieeffizienz, Ressourcenschonung, Mobilität, Kreislaufwirtschaft und nachhaltige Beschaffung bearbeitet.

Parallel dazu baute die PHSG ihre Datengrundlage aus. Durch die systematische Erfassung von Umweltkennzahlen können Entwicklungen heute besser nachvollzogen, bewertet und gesteuert werden. Diese Transparenz hilft dabei, Prioritäten zu setzen und Massnahmen gezielt weiterzuentwickeln.

Bereits im ersten Projektjahr konnten mehrere konkrete Projekte umgesetzt oder weiterentwickelt werden:

  • Mit dem Ausbau von Trinkwasserangeboten auf dem Campus («Water Point») wird der Konsum von Einweggebinden reduziert.
  • Die Initiative «Circular Campus» fördert die Wiederverwendung von Möbeln, Materialien und Geräten und stärkt damit die Kreislaufwirtschaft innerhalb der Hochschule.
  • Interne Veranstaltungen werden konsequent nachhaltiger organisiert. Seit 2025 orientiert sich die PHSG dabei am Label «richtig fäschta» und setzt beispielsweise auf vegetarische oder vegane Verpflegung, regionale Produkte und ressourcenschonende Durchführung.

Diese Beispiele zeigen, dass Nachhaltigkeit nicht immer mit grossen Investitionen verbunden sein muss. Oft sind es organisatorische Verbesserungen, neue Prozesse oder veränderte Gewohnheiten, die eine nachhaltige Wirkung entfalten.

Welchen Nutzen bringt ÖKOPROFIT?

Für die PHSG liegt der grösste Mehrwert nicht in einer einzelnen Massnahme, sondern im ganzheitlichen Ansatz. Durch ÖKOPROFIT wurden Themen, die bereits vorhanden waren, miteinander verknüpft und strategisch weiterentwickelt.

Unsere Teilnahme an ÖKOPROFIT hat gezeigt, dass nachhaltige Entwicklung nicht nur eine ökologische Verantwortung ist, sondern auch organisatorische und wirtschaftliche Vorteile mit sich bringt. Der strukturierte Ansatz des Programms hat uns dabei geholfen, Potenziale sichtbar zu machen und gezielt umzusetzen. Diesen Mehrwert können wir auch anderen Organisationen und Unternehmen empfehlen. 

Markus Seitz Verwaltungsdirektor PHSG

Markus Seitz
Verwaltungsdirektor der Pädagogischen Hochschule St.Gallen

Besonders wertvoll waren:

  • die strukturierte Vorgehensweise bei Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen,
  • der Aufbau einer belastbaren Kennzahlenbasis,
  • der Erfahrungsaustausch mit anderen Organisationen,
  • die externe Sicht von Expertinnen und Experten,
  • die stärkere Verankerung von Nachhaltigkeit in internen Prozessen und Entscheidungsgrundlagen.

Gleichzeitig schafft das Programm Transparenz über Einsparpotenziale bei Energie, Ressourcen und Kosten. Viele Verbesserungen wirken sich nicht nur positiv auf die Umwelt aus, sondern erhöhen auch die Effizienz betrieblicher Abläufe.

Was können Unternehmen daraus mitnehmen?

Die Rahmenbedingungen einer Hochschule unterscheiden sich teilweise von jenen eines produzierenden Unternehmens. Während bei Industriebetrieben häufig Themen wie Produktionsprozesse, Maschinenparks oder Materialflüsse im Vordergrund stehen, beschäftigen sich Bildungsinstitutionen stärker mit Gebäudebetrieb, Mobilität, Beschaffung oder Veranstaltungsmanagement.

Die Grundidee von ÖKOPROFIT bleibt jedoch dieselbe: Verbesserungspotenziale erkennen, priorisieren und systematisch umsetzen.

Gerade für kleine und mittlere Unternehmen bietet das Programm einen niederschwelligen Einstieg in ein professionelles Umweltmanagement. Der Austausch mit anderen Teilnehmenden, die fachliche Begleitung und die konkrete Umsetzungsorientierung helfen dabei, Nachhaltigkeit nicht als Zusatzaufgabe, sondern als Bestandteil einer zukunftsfähigen Unternehmensentwicklung zu verstehen.

Nachhaltigkeit ist ein Prozess

Die ÖKOPROFIT-Auszeichnung, welche die PHSG Ende 2025 erhalten hat, markiert keinen Abschluss, sondern einen weiteren Schritt auf dem Weg zu einem nachhaltigeren Campus. Die im Projekt aufgebauten Strukturen, Kennzahlen und Netzwerke bilden heute die Grundlage für die kontinuierliche Weiterentwicklung.

Aus Sicht der PHSG zeigt die Teilnahme an ÖKOPROFIT vor allem eines: Nachhaltigkeit gelingt dann besonders gut, wenn sie strategisch verankert, messbar gemacht und gemeinsam umgesetzt wird. Genau dafür bietet das Programm einen praxiserprobten Rahmen – für Hochschulen ebenso wie für Unternehmen im Kanton St.Gallen.

 

Was kann ich tun?

Weitere Stories zu «Wirtschaft»

Team_ZügigidFerie
Lifestyle
Gemeinsam wirkt | MaCs Managing Climate Solutions

11. Mai 2026

Zügig id Ferie: Mit dem Zug die nächste Reise geniessen

Die neue Plattform macht sichtbar, wie Zugreisen im Vergleich zu Auto und Flug in Sachen Emissionen, Kosten und Reisezeit abschneiden – und unterstützt bewusste Ferienentscheide.

Mehr erfahren
Zügig id Ferie: Mit dem Zug die nächste Reise geniessen

Bei Verwendung dieser Webseite stimmen Sie zu, dass Cookies auf Ihrem Computer gespeichert werden. Mehr Informationen

Newsletter Energieblog abonnieren