St.Galler Energiekonzept 2021-2030

Schwerpunkt 4

Unterwegs sein

Beinahe die Hälfte aller CO2-Emissionen gehen zulasten des Personen- und Güterverkehrs; speziell der motorisierte Individualverkehr ist hier ins Auge zu fassen. Denn anders als in den Bereichen Gebäude oder Wirtschaft nimmt der Energieverbrauch in diesem Bereich sogar zu.

Infografik Schwerpunkt 4
-35%
CO2-Emissionen

Mobilitätsmanagement von Unternehmen und der öffentlichen Hand stärken

Wir sind ein Volk von Pendlerinnen und Pendlern. Mehr als ein Drittel des Personenverkehrs geht auf die Arbeit zurück. Mit einem betrieblichen Mobilitätsmanagement nutzen Unternehmen die Chance, diesen Verkehr zu beeinflussen. Zudem steigern sie damit ihre Attraktivität als Arbeitgebende. Davon profitieren auch die Standortgemeinden. Diese Massnahme zielt darauf ab, das Mobilitätsmanagement mit Anreizen zu stärken – bei Unternehmen und der öffentlichen Hand.

Beginn der Massnahme

2021

Status

In Umsetzung

Federführende Stelle

Regio Wil

Zielbild

Grosse und kleine Unternehmen betrachten das Mobilitätsmanagement als wichtigen Bestandteil der Firmenkultur. Kundschaft und Mitarbeitende sind bereit, neue Mobilitäts- und Arbeitsformen zu testen und sind öfters zu Fuss und mit dem Velo unterwegs. Das neue Mobilitätsverhalten im Berufsalltag wirkt sich auch auf die Freizeit aus.

Diese Massnahme befindet sich in der Initialisierung und wird im Monitoring 2023 erstmals beurteilt.

Umsetzung 

  • Mitarbeitende profitieren von einem betrieblichen Mobilitätsmanagement. Darin beteiligen sich Unternehmen beispielsweise an Abos für den öffentlichen Verkehr, oder stellen E-Bikes zur Verfügung. Dank neuen Arbeitsformen wie ort- und zeitunabhängigem Arbeiten ermöglichen sie ihren Mitarbeitenden, Fahrten zu vermeiden oder Verkehrsspitzen zu umgehen. Der Kanton unterstützt deshalb Unternehmen, um ein Mobilitätsmanagement aufzubauen und umzusetzen; durch Pflichtenhefte, Qualitätssicherung oder finanzielle Beiträge an Beratungsleistungen. Zudem ist der Kanton Vorbild und realisiert ein eigenes Mobilitätsmanagement.
  • Gemeinden können Unternehmen auf vielfältige Weise unterstützen, um ein Mobilitätsmanagement umzusetzen. Sie bauen beispielsweise Velowege bedarfsgerecht aus oder setzen sich für einen besseren Zugang zum öffentlichen Verkehr ein. Deshalb fördert der Kanton die Kooperation zwischen Unternehmen und Gemeinden.
  • Umfassende Mobilitätslösungen können komplex sein und Fragen aufwerfen. Darum bietet der Kanton allen Beteiligten eine Anlaufstelle. Sie hilft bei der Umsetzung von Mobilitätslösungen.

Sicher und aktiv ans Ziel kommen – zu Fuss und mit dem Velo

Wer zu Fuss oder mit dem Velo unterwegs ist, leistet mit dieser aktiven Mobilitätsform einen doppelten Beitrag. Erstens schont sie die Umwelt. Und zweitens fördert sie das Wohlbefinden und die Gesundheit. Der Kanton möchte deshalb folgendes erreichen: Einwohnerinnen und Einwohner bewegen sich öfters mit dem Velo und zu Fuss fort und kommen dabei schnell, sicher und ohne Umwege an ihr Ziel.

Beginn der Massnahme

2022

Status

In Planung

Federführende Stelle

Tiefbauamt

Zielbild

Sich zu Fuss oder mit dem Velo zu bewegen, ist ein wichtiger Bestandteil des Alltags. Die Einwohnerinnen und Einwohner erreichen ihren Arbeitsplatz sowie ihre Freizeitziele sicher und komfortabel per Velo, zu Fuss oder in Kombination mit dem öffentlichen Verkehr. Der öffentliche Raum in den Siedlungsgebieten ist attraktiv, ruhig und sicher.

Diese Massnahme befindet sich in der Initialisierung und wird im Monitoring 2023 erstmals beurteilt.

Umsetzung 

  • Während Unternehmen ein Mobilitätsmanagement etablieren, zeigt sich oft, wo Verbesserungspotenzial besteht: beispielsweise, dass Velowege verbessert oder ÖV-Haltestellen anders platziert werden müssen. Dazu arbeiten die Unternehmen mit ihren Standortgemeinden und der Region zusammen. Gemeinsam schaffen sie so sichere, direkte und durchgängige Wege für den Berufs- und Freizeitverkehr.
  • Der Kanton treibt die Förderung des Fuss- und Veloverkehrs im Strassenverkehr voran und schafft den notwendigen Raum dazu. Beispiele hierfür sind Pilotprojekte für bedarfsgerechte Grünphasen, Rechtsabbiegen bei Rot sowie die Planung von Veloabstellplätzen.
  • ÖV-Haltestellen müssen sicher, direkt und angenehm zu erreichen sein – sowohl zu Fuss als auch mit dem Velo. Das trägt entscheidend zu einem attraktiven öffentlichen Verkehr bei. Darum ist der Strassenraum entsprechend zu gestalten. So können sich sowohl Fussgängerinnen und Fussgänger als auch Velofahrerinnen und Velofahrer sicher und einfach darin bewegen. Zudem steigert ein solcher Strassenraum die Attraktivität dieser Verkehrsformen.

Erfolgreiche Mobilitätslösungen etablieren

Die Digitalisierung durchdringt immer mehr Lebensbereiche. So entstehen neue Mobilitätslösungen und Dienstleistungen. Verkehrsmittel lassen sich einfacher und flexibler kombinieren. Damit sich diese Angebote im Kanton etablieren, müssen sie erprobt, weiterentwickelt und verbreitet werden. Deshalb will der Kanton zu einer Pilotregion werden: erstens, um neue Mobilitätsansätze zu testen und zweitens, um erfolgreiche Lösungen rasch umzusetzen.

Beginn der Massnahme

2021

Status

In Umsetzung

Federführende Stelle

Regio Appenzell AR-St.Gallen-Bodensee

Zielbild

Der Kanton St.Gallen nimmt eine Vorreiterrolle ein, weil in seinem Gebiet neue Mobilitätslösungen getestet, weiterentwickelt und verbreitet werden. Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger aus dem Mobilitätsbereich tauschen sich regelmässig dazu aus. Im Kanton setzen sich kundenorientierte und einfach zu nutzende Mobilitätsangebote durch. So erleichtern sie den Einwohnerinnen und Einwohnern den Umstieg auf klimafreundliche Mobilitätsformen.

Die Werte entwickeln sich nach Plan: Danke an alle, die mitmachen und weiter so!

Umsetzung 

  • Eine Fachkommission unterstützt den Kanton. Sie empfiehlt ihm vielversprechende neue Mobilitätslösungen, die finanziell unterstützt werden sollen. Mögliche Beispiele hierfür sind öffentlicher Verkehr auf Verlangen, Bündelung von Warentransporten, Sharing von Cargovelos, Carsharing, differenzierte Nutzungspreise, Plattformen für die kombinierte Mobilität oder Möglichkeiten durch (teil-)autonomes Fahren.
  • Verschiedene Anspruchsgruppen sind wichtig, um neue Mobilitätslösungen zu entwickeln und rasch umzusetzen. Darum stärkt der Kanton die Kooperation zwischen Wirtschaft, öffentlicher Hand, Verbänden und der Forschung.
  • Der Kanton bringt sich bei der (Weiter-)Entwicklung einer gemeinsamen Plattform ein. Darauf werden neue Mobilitätslösungen sowie Erkenntnisse aus umgesetzten Vorhaben gut sichtbar kommuniziert.

Verbreitung der Elektromobilität unterstützen 

Der motorisierte Individualverkehr bleibt auf absehbare Zeit ein wichtiges Bedürfnis der Bevölkerung – insbesondere in zentrumsfernen Regionen. Darum ist seine Elektrifizierung unerlässlich, um die Klimaziele zu erreichen. Im Jahr 2020 waren erst etwa 8% reine Elektrofahrzeuge, die im Kanton neu in Verkehr gesetzt worden sind. Eine besser ausgebaute Ladeinfrastruktur zu Hause und am Arbeitsort hilft, diesen Anteil zu steigern. 

Beginn der Massnahme

2021

Status

In Umsetzung

Federführende Stelle

Amt für Raumentwicklung und Geoinformation

Zielbild

Die Bevölkerung benützt immer weniger fossil betriebene Fahrzeuge. Der Anteil an Elektrofahrzeugen am Neuwagenmarkt steigt gemäss den Anforderungen der Schweizer Energie- und Klimapolitik. Die entsprechende Ladeinfrastruktur wird systemdienlich gestaltet: Lastmanagement und die Verwendung erneuerbarer Energie tragen zu einer nachhaltigen und stabilen Energieversorgung bei.

Wir liegen leicht unter dem Zielwert. Jeder Beitrag zählt, um die Lücke zu schliessen.

Umsetzung 

  • Der Kanton fördert den Ausbau der Ladeinfrastruktur für E-Mobilität in bestehenden Bauten durch finanzielle Anreize. Zusätzliche Förderung gibt es, wenn diese Ladeinfrastruktur über ein Lastmanagement verfügt und die Fahrzeuge mit Strom aus erneuerbaren Quellen geladen werden.
  • Die öffentliche Hand passt ihre Beschaffungsrichtlinien an: für eigene Fahrzeuge sowie für Dienstleistungen durch Dritte. Zudem sorgt sie für eine bedarfsgerechte Ladeinfrastruktur.

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