Planung & Versorgung
energienetz GSG AG

03. Oktober 2022

Zusätzliche Abwärme für das Anergienetz

Das Niedertemperatur-Fernwärmenetz «wärmenetz GSG» im Westen der Stadt St.Gallen bekommt Zuwachs. Ab Frühjahr 2023 wird die Shopping-Arena mit Abwärme aus Industriebetrieben beheizt. Zeitgleich geht mit der DGS Drucksysteme AG eine zweite Abwärmelieferantin ans Netz.

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Schoch Simon
Geschäftsführer energienetz GSG AG

Swiss Prime Site als Eigentümerin der Shopping Arena hat entsprechende Verträge unterzeichnet, um das Einkaufzentrum an das Niedertemperatur-Fernwärmenetz anzuschliessen. Betreiberin des sogenannten Anergienetzes im Perimeter zwischen Gossau und St.Gallen ist die energienetz GSG AG. Der Leitungsbau für diese weitere Ausbauetappe ist bereits gestartet und wird voraussichtlich Ende dieses Jahres abgeschlossen sein. Die Shopping Arena – und damit auch das Fussballstadion kybunpark sowie das Einrichtungshaus IKEA – werden ab dem zweiten Quartal 2023 mit industrieller Abwärme beliefert.

Heute ist der Bau des Leitungsnetzes bis zum Firmengelände der DGS Druckguss Systeme AG fortgeschritten. Mit der DGS hat die energienetz GSG AG einen Vorvertrag abgeschlossen, um das Unternehmen als weitere Energielieferantin einzubinden. Die DGS giesst Präzisionskomponenten aus Leichtmetall, die nach ihrer Herstellung gekühlt werden müssen. Bei diesem Kühlungsprozess entsteht Abwärme, die künftig ins Netz eingespeist werden kann. Aktuell läuft dafür die Detailprojektierung. Voraussichtlich im Frühjahr liefert die DGS zusätzliche Abwärme für das «wärmenetz GSG».

Seit Oktober 2019 liefert die Ernst Sutter AG als bisher einziges Unternehmen Abwärme für das Anergienetz. Sie versorgt die drei Industriebetriebe Schläpfer Altmetall AG, Steinemann Technology AG und die City-Garage AG. Mit der Einbindung der DGS Druckguss Systeme AG als zweite Abwärmelieferantin wird die Versorgungssicherheit des Netzes erhöht und die langfristig notwendige Kapazität für die zukünftigen Ausbauetappen erschlossen.

Laufende Verhandlungen mit weiteren Interessenten zeigen, dass der Rückhalt für das Anergienetz nach wie vor gross ist. Mit einem Anschluss an den Wärmeverbund können Unternehmen ihren Verbrauch von fossiler Energie reduzieren sowie ihre CO2-Emissionen senken. Zudem profitieren sie in Zeiten einer drohenden Energiekrise von stabileren Wärmetarifen.

Wie funktioniert ein Anergienetz?

Die Abwärme der einen wird zur Ressource der anderen. Anergienetze bieten die Möglichkeit, Energie aufzufangen, zu speichern und umzuverteilen. Ungenutzte Abwärme aus Industrie und Gewerbe ist eine wertvolle Ressource. Durch die Nutzung dieser Energiequelle können Wohn- und Zweckbauten gekühlt und beheizt werden und Produktionsbetriebe können die Energie für ihre Prozesse optimal einsetzen. Durch eine grossflächige Arealvernetzung wird erreicht, dass der CO2-Ausstoss massgeblich reduziert und die Energieeffizienz erheblich gesteigert wird.

Interessiert an einem Anergienetz?

Ein Anergienetz zur thermischen Energieversorgung kann eine sinnvolle Lösung sein, wenn:

  • Wärme- und Kältebezüger vorhanden sind und diese geografisch nahe beieinander liegen;
  • hohe Bandlasten vorhanden sind, oft mit gleichzeitigem Wärme- und Kältebezug;
  • die Energiebilanz signifikanten Wärme- und Kältebedarf aufweist und idealerweise übers Jahr einigermassen ausgeglichen ist.

Förderung

  • Im Rahmen der Förderungsmassnahme «Beratungsaktionen» unterstützt der Kanton St.Gallen Grob- und Feinanalysen sowie Machbarkeitsstudien. Gefördert werden Beratungsaktionen, die sich auf ein Projekt im Kanton St.Gallen beziehen, von einer Fachperson durchgeführt werden und zur Verminderung der CO2-Emissionen bei Gebäuden einschliesslich der Senkung des Stromverbrauchs im Winter beitragen. Informationen dazu finden Sie hier.
  • Der Kanton St.Gallen fördert zudem den Auf- und Ausbau, sowie die Verdichtung von Netzen zur Nutzung von Abwärme. Sei es aus industriellen Prozessen, Abwärme aus Dienstleistungsbauten, Wärme aus Gewässern (Grund- oder Oberflächengewässer), aus Abwasser und dem Erdreich. Informationen dazu finden Sie hier.

Wir beraten Sie gerne: Energieagentur St.Gallen (energieagentur-sg.ch)

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