Dialog & Kooperation
SAK – Gut fürs Leben

29. Februar 2024

5 Fragen an Philipp Inderbitzin

Seit Mai 2023 ist Philipp Inderbitzin Leiter des Geschäftsbereich Energy Solutions der SAK (St.Gallisch-Appenzellische Kraftwerke AG), welcher wirtschaftlich effiziente und nachhaltige dezentrale Energie- und E-Mobilitätslösungen aus einer Hand anbietet. Sein Antrieb ist die Mitarbeit an einem Energiesystem, das wirtschaftlich, nachhaltig sowie für alle zugänglich und bezahlbar ist.

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Ellen Hazeleger
Projektleiterin Energie

Herr Inderbitzin, Sie sind seit Mai 2023 bei der SAK für den Bereich Energy Solutions verantwortlich. Was hat Sie bisher am meisten beeindruckt?

Mich beeindruckt das Engagement und das Know-how der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf allen Stufen bei der SAK und auch der Mut unbekannte Wege zu beschreiten. Als erstes Schweizer Energieversorgungsunternehmen haben wir uns das ambitionierte Klimaziel Netto-Null 2040, auf Basis der Science Based Target Initiative, gesetzt. Sie erlaubt wissenschaftlich fundiert und praxisorientiert Ziele umzusetzen. Bis 2030 wollen wir unsere Emissionen bereits um 50 Prozent reduziert haben. Zusammen mit meinem Team treiben wir Energy Solutions Themen im Geschäftskundensegment schweizweit voran und bauen unsere Positionierung als Gesamtlösungsanbieter weiter aus.

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«Uns ist auch wichtig, bei unseren Kunden das Bewusstsein zu schaffen, dass Klimaschutz nicht nur grün, sondern auch profitabel ist»

Philipp Inderbitzin

Leiter Geschäftsbereich Energy Solutions, Mitglied der Geschäftsleitung SAK

Was ist Ihr Beitrag für den Klimaschutz? 

Alles, was wir bei Energy Solutions tun, trägt dem Klimaschutz bei. Wir sind uns bewusst, dass das ambitionierte Netto-Null-Ziel 2040 nur gemeinsam mit unseren Kundinnen, Kunden, Partnerinnen und Partnern erreicht werden kann. Deshalb setzen wir alles daran, andere zu befähigen ihre Netto-Null-Ziele zu erreichen. Dabei fokussieren wir konsequent auf Reduktion anstatt Kompensation. Nur so lässt sich das 1.5-Grad-Ziel erreichen. Zentral ist, dass echte Dekarbonisierungsprojekte durchgeführt werden, denn eingesparte Energie und Ressourcen müssen nicht produziert werden. Uns ist auch wichtig, bei unseren Kunden das Bewusstsein zu schaffen, dass Klimaschutz nicht nur grün, sondern auch profitabel ist. Meinen Arbeitsweg lege ich zu 100 Prozent mit der SBB zurück. Privat fahre ich Elektroauto und unser Haus sanieren wir energetisch.

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«Echte Dekarbonisierungsprojekte», wie das der Bergkäserei (vorne) und des RZO (im Hintergrund) sind zentral für die Netto-Null Zielerreichung.
Text Bergkäserei und RZO

Was ist die grösste Herausforderung für Sie?

Eine Herausforderung für mich ist, mich aus operativen Themen herauszunehmen und einen Rahmen zu geben, der meinen Leuten ermöglicht, ihr volles Potenzial entfalten und in hoher Selbstverantwortung den maximalen Kundennutzen zu erzielen. Wir befinden uns in einer organisatorischen Transformation in einer dynamischen Branche mit anspruchsvollen Kunden, hohem Wettbewerb, sich ändernden gesetzlichen Rahmenbedingungen, technologischen Innovationen und neuen Geschäftsmodellen mit neuen Anbietern, z.B. aus der Automobilbranche – ein schöner Herausforderungscocktail!

Was ist ihr grösster Erfolg? 

Dass die SAK als Gesamtlösungsanbieterin für Privat- und Geschäftskunden auftritt. Daneben zählen die Gründung der Investerra, der Aufbau des CO2-Full-Service-Portfolios und die Positionierung als Netto-Null Leader zu meinen weiteren Highlights.

Wenn Sie sich ein Wunschbild ausmalen könnten: Wie sieht die Energieversorgung in 10 Jahren aus? Und was wünschen Sie sich für die Ostschweiz im Jahr 2024 und darüber hinaus?

Wir kreieren eine Welt, in der nachhaltige, für alle zugängliche und bezahlbare Energie im Überfluss vorhanden ist.
Für die Ostschweiz wünsche ich mir Rahmenbedingungen, die es erlauben, die Region als Vorreiterin im Thema Energie – als «Energy Valley» – zu positionieren. Dank Unternehmen wie der sgsw, SAK und Weltmarktführer im Rheintal sowie der Uni St. Gallen und der Fachhochschule OST haben wir sehr gute Voraussetzungen dazu.

Vielen Dank Herr Inderbitzin für das Interview.

Was kann ich tun?

  • Als Mieterin oder Mieter: Informiere dich über nachhaltige Stromoptionen. Bei vielen Anbietern kannst du auf reinen Ökostrom wechseln. Oder suche Möglichkeiten, dich einer Solargemeinschaft anzuschliessen. Zum Beispiel in Wil oder in St.Gallen.
  • Als Hauseigentümerin oder Hauseigentümer: Nutze das Beratungsangebot der Energieagentur, um mehr über deine Möglichkeiten für erneuerbare Wärme- und Stromproduktion zu erfahren.
  • Als Unternehmen: Führe ein Energieaudit durch, um den Energieverbrauch zu analysieren und Sparpotential zu identifizieren. Informiere dich über Möglichkeiten selbst Strom zu produzieren und die Dekarbonisierung des Unternehmens voranzutreiben.

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