Lineo Devecchi hat die Workshops zum Energiekonzept 2050 moderiert. Er arbeitet im Zentrum für Gemeinden (OZG) an der OST.
Was sind aus Ihrer Sicht die Vorteile einer solchen partizipativen Konsultation mit Workshops?
Der gewählte Konsultationsansatz in St.Gallen mit der Einladung von Akteuren aus Organisationen aus Gesellschaft, Wirtschaft sowie Politik und Verwaltung ist vorteilhaft, damit sich Akteure untereinander kennenlernen, sich austauschen und gemeinsam Ideen entwickeln können sowie um neue Impulse zu ermöglichen. Gerade komplexe Fragestellungen, wie die Erreichung der Klimaziele bedürfen einer Vielzahl an Herangehensweisen und das gemeinsame Handeln aller.
Was ist bei der Durchführung einer solchen Konsultation wichtig?
Besonders wichtig ist unserer Erfahrung nach, dass die Erwartungshaltung zu Beginn des Prozesses geklärt wird. Bei Konsultationsprozessen handelt es sich um Anhörungsprozesse, sprich im Rahmen der Ergänzung des Energiekonzeptes um den Bereich Konsum und Ressourcen möchte die Stadt das Wissen und die Ideen der Akteure vor Ort abholen. Nicht alle eingebrachten Ideen werden eins zu eins ins Konzept übernommen, das muss den Teilnehmenden bewusst sein.
Wichtig ist auch die Offenheit aller Beteiligten sich auf unterschiedliche Perspektiven einzulassen und gemeinsam einen Weg zu finden, hier: den Weg zu einer klimaneutralen Stadt St.Gallen.
Eignen sich solche Konsultationen auch für kleinere Städte/Gemeinden?
Der Grundgedanke des co-kreativen gemeinsamen Erarbeitens ist der Kern eines jeden Partizipationsprozesses. Wie dieser gestaltet wird, kann je nach Fragestellung und Anforderungen der Gemeinden unterschiedlich sein. So können Anhörungsprozesse je nach Zielgruppe und Fragestellung anders aussehen – von der Online-Umfrage, über einen Mitwirkungstag bis hin zu Prozessen mit mehreren Workshops. Unserer Meinung nach eignen sich partizipative Prozesse für jede Gemeindegrösse, gerade wenn sie bei komplexen Fragestellungen angewendet werden.