Mobilität & Verkehr
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25. Januar 2024

Flexible Mobilität: Neuer Fahrdienst im Obertoggenburg

Am 12. Dezember 2023 hat in den Obertoggenburger Gemeinden Nesslau und Wildhaus-Alt St. Johann ein Fahrdienst auf Verlangen den Betrieb aufgenommen. Das Prinzip ist einfach: Wer mitfahren will, bucht die Fahrt mit der App und wird zur gewünschten Zeit mit dem elektrischen Fahrzeug abgeholt und zum angegebenen Ziel chauffiert.

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Tobias Winiger
Projektleiter Aggloprogramm St.Gallen-Bodensee

Mybuxi ist ein ergänzendes Mobilitätsangebot für den ländlichen Raum. Es verkehrt mit elektrischen Minibussen, welche via zugehörige App bestellt werden können. Speziell daran: Das mybuxi fährt nicht wie ein Bus nach Linien, sondern frei zwischen virtuellen Haltepunkten. Übrigens: Der Begriff mybuxi setzt sich zusammen aus «Bus» und «Taxi»; genau hier dazwischen verortet sich der On-Demand-Service.

Wenn Haltepunkte fehlen, könnten sie schnell in wenigen Tagen eingerichtet werden. Mybuxi fährt also genau dort, wo es gebraucht wird: Vom Daheim zum Einkaufen, an den Bahnhof, zum Arzt, zum Wandern und wieder nach Hause.

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Wir möchten erreichen, dass unsere Einwohnerinnen und Einwohner, die nicht unmittelbar neben den Zug- und Postautostrecken wohnen, auch ohne Auto zur nächsten Haltestelle oder zum Bahnhof gelangen.

Kilian Looser

Gemeindepräsident von Nesslau

Hinter dem Pilotprojekt dieses Fahrdienstes auf Verlangen steht eine Arbeitsgruppe, in welcher die beiden Gemeinden Nesslau und Wildhaus-Alt St. Johann eine tragende Rolle übernehmen.

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Los geht’s: Das neue Mobilitätsangebot ist im Toggenburg angekommen

Das mybuxi startet in den Gemeinden Wildhaus-Alt St. Johann und Nesslau. Diese bieten sich an, einen Fahrdienst auf Verlangen im Pilotbetrieb zu testen. Zahlreiche Einwohnerinnen und Einwohner leben in Gegenden, die nicht vom Postauto oder vom Zug erschlossen sind. Sie sind häufig auf ein Auto angewiesen, um diese «letzte Meile» zwischen ihrem Zuhause und einer Haltestelle des öffentlichen Verkehrs zu überwinden. Hier kommt nun der neue Fahrdienst ins Spiel: Eine Fahrt mit mybuxi kann spontan gebucht werden. Wer aber zu einem bestimmten Zeitpunkt an einem bestimmten Ort sein muss, dem empfiehlt sich, die Fahrt im Voraus zu buchen.

Andreas Kronawitter Portrait

Unser System legt Fahrten sinnvoll zusammen, so dass wir die maximale Anzahl Personen auf einer Route befördern können.

Andreas Kronawitter

Geschäftsführer von mybuxi

Mit der ersten Fahrt wird automatisch eine Mitgliedschaft im Verein mybuxi Toggenburg für einmalig 2.- Franken gelöst. Dies ist eine Voraussetzung dafür, damit Passagiere mitfahren dürfen.

mybuxi Gruppenbild Startmoment

Startschuss zum neuen Mobilitätsangebot (v.l.n.r.): Thomas Diezig, Gemeindepräsident Wildhaus-Alt St.Johann; Rolf Züllig, ehem. Gemeindepräsident Wildhaus-Alt St.Johann; Andreas Kronawitter, Geschäftsführer von mybuxi; Kilian Looser, Gemeindepräsident Nesslau.

Pool von Fahrerinnen und Fahrern laufend ergänzen

Hinter dem Steuer der siebenplätzigen elektrisch betriebenen Fahrzeuge sitzen Fahrerinnen und Fahrer aus der Region. Sie haben Freude am Autofahren und können den Passagieren mit einem Gespräch und Informationen die Fahrt noch zusätzlich bereichern. Wie oft sie diesen Fahrdienst leisten, können sie selbst entscheiden, jeder Einsatz dauert zwischen vier und fünf Stunden und wird finanziell entschädigt. Je grösser der Pool an Fahrerinnen und Fahrern ist, desto breiter wird das Angebot. Das gibt den Nutzerinnen und Nutzern mehr Flexibilität.

Portrait Rolf Züllig GP

Ich habe vor, selber als Fahrer mitzumachen. Dieses Projekt passt bestens ins Toggenburg und ich trage gerne einen Teil zum Start und Aufbau bei.

Rolf Züllig

bis 31.12.2023 Gemeindepräsident Wildhaus-Alt St.Johann

In der Aufbauphase werden die Betriebszeiten schrittweise ausgebaut, unter anderem damit sich die Abläufe einspielen können. Sie hängen aber auch von der Anzahl verfügbarer Fahrerinnen und Fahrer ab. Interessierte können sich mit dem Formular oder per E-Mail melden.

Unterstützung vom Kanton St.Gallen

Der On-Demand-Bus ist ein Teil des Mobilitätsökosystems Toggenburg und wird als «Pilot- +Demonstrationsvorhaben» vom Kanton St. Gallen im Rahmen der Umsetzung Energiekonzept 2030 unterstützt. Mehr zu diesem Förderinstrument gibt es hier.

Im Rahmen dieses Mobilitätsökosystem sind erfolgreich Mitfahrbänkli an mehreren Strecken aufgestellt worden. Das Beispiel wurde bereits mehrmals kopiert. Im Gespräch für Testbetriebe sind weitere alternative Mobilitätsangebote wie ein mietbares Lastenvelo oder eine Mitfahr-App.

mybuxi: «Fahrt auf Verlangen» in fünf Regionen der Schweiz

Gründer von mybuxi ist Andreas Kronawitter, der 2018 die Idee in die Tat umsetzte, Mobilität auch in ländlichen Gebieten abseits vom eigenen Auto anzubieten. Mybuxi umfasst heute mit dem Toggenburg fünf Partnerregionen mit insgesamt 10’000 registrierten Kundinnen und Kunden. Im SRF gibt es einen Videobeitrag dazu: Die Idee – Fahrdienst «Mybuxi» – 10 vor 10 – SRF

Was kann ich tun?

  • Im Obertoggenburg: Teste das neue Angebot in Nesslau, Wildhaus und Alt St.Johann.Helfe mit, das Angebot auszubauen, indem du neue virtuelle Haltepunkte definierst oder melde dich als Fahrerin oder Fahrer: via Formular oder E-Mail
  • Ähnliche «on-demand» Angebote gibt es auch in anderen Gemeinden, zum Beispiel das Ruftaxi in Rorschacherberg, SALÜ in der Region Wil oder PubliCar im Appenzell
  • Mach dich bei Trafikguide schlau: Dort gibt es eine überregionale Ansicht aktueller Mobilitätsangebote

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