Dialog & Kooperation
Bau- und Umweltdepartement

03. Januar 2022

Warum Paris im Kanton St.Gallen liegt

Die Stadt der Liebe ist auch die Stadt der Klimazukunft: 2015 wurde in Paris beschlossen, der globalen Erwärmung entgegenzuwirken. Die meisten Länder der Welt haben das Abkommen unterzeichnet – auch die Schweiz. Mit dem St.Galler Energiekonzept trägt unser Kanton auf regionaler Ebene zur Erreichung der globalen und nationalen Ziele bei.

Porträt Autor Marcel Sturzenegger

Marcel Sturzenegger
Leiter Abteilung Energie, Bau- und Umweltdepartement

Die globale Aufgabe

Im Jahr 2015 haben 195 Staaten das Übereinkommen von Paris unterschrieben, einen völkerrechtlichen Vertrag zum Klimaschutz. Das Abkommen vereint drei Ziele:

  • Den Anstieg der durchschnittlichen globalen Temperatur auf weniger als 2°C gegenüber dem vorindustriellen Niveau begrenzen sowie Massnahmen ergreifen, damit der Anstieg sogar nur 1.5°C beträgt.
  • Die Anpassungsfähigkeit in Bezug auf die negativen Auswirkungen des Klimawandels erhöhen sowie eine nachhaltige Entwicklung begünstigen, die weder Klima noch Nahrungsmittelproduktion gefährdet.
  • Die Vereinbarkeit der Finanzmärkte mit einem Weg hin zu niedrigeren Treibhausgasemissionen und einer klimaresistenten Entwicklung fördern.

Das Pariser Abkommen wurde von allen 195 Staaten unterzeichnet und ratifiziert.

Die nationale Strategie

Auch die Schweiz hat das Pariser Abkommen unterzeichnet. Ihre Klimastrategie orientiert sich an dessen Zielen und Vorgaben. Konkret heisst das:

  • Netto-Null bis 2050: Bis dann will die Schweiz klimaneutral sein, also unter dem Strich keine Treibhausgase ausstossen.
  • 50% Reduktion bis 2030: Ein strengeres CO2-Gesetz sollte 2021 das Zwischenziel für 2030 festlegen – mit einer Halbierung der Emissionen im Vergleich zu 1990.

Die Revision des CO2-Gesetzes wurde zwar abgelehnt, allerdings arbeitet der Bundesrat an einer neuen Fassung, um das Pariser Abkommen einhalten zu können.

Der St.Galler Weg

Die Klimapolitik des Bundes gilt auch für die Kantone. Mit dem St.Galler Energiekonzept 2021-2030 hat die kantonale Regierung die Umsetzung konkretisiert. Dieses wurde 2020 verabschiedet und vom Kantonsrat gutgeheissen. Es verfolgt drei Ziele: CO2 reduzieren, neue Energie ausbauen, Energieeffizienz steigern. Die Zielwerte sind ehrgeizig, denn noch immer verursachen fossile Treibstoffe hohe Emissionen.

Bericht Energiekonzept 2021-2030 des Kanton St.Gallens

Um die Ziele zu erreichen, setzt der Kanton St.Gallen nicht auf Preise und Verbote, sondern auf die Erkenntnisse der Verhaltensökonomie. Diese zeigt, dass die Bereitschaft, das eigene Verhalten zugunsten des Klimaschutzes zu ändern, von folgenden Faktoren abhängt:

  1. Eigener Beitrag: Jede und jeder kann etwas beitragen. Nur wenn alle ihr Verhalten anpassen, sind die Ziele erreichbar.
  2. Kosten/Nutzen: Der Nutzen einer Anpassung ist grösser als die Kosten. Bei genauer Betrachtung erweisen sich Massnahmen für den Klimaschutz als gute Investition.
  3. Einfachheit: Die Lösungen für ein klimaneutrales Leben sind schon heute verfügbar und einfacher umsetzbar, als wir denken.
  4. Gute Ideen: Es gibt viele erfolgreiche Beispiele, die sich ins eigene Umfeld übertragen lassen – um wiederum andere zu inspirieren.

Diese Faktoren widerspiegeln sich in den 16 Massnahmen des Konzepts und im Reporting-System, das die Wirkung überprüft. Ein weiterer Erfolgsfaktor ist die Vernetzung: Das Partnernetzwerk St.Galler Energie 2030 stellt sicher, dass die Massnahmen gut abgestimmt und mit Nachdruck vorangetrieben werden.

Sie sind dabei, oder?

Der St.Galler Weg zur Klimaneutralität basiert auf Freiwilligkeit und Kooperation. Um die Ziele zu erreichen, braucht es alle St.Gallerinnen und St.Galler. Danke, dass auch Sie dabei sind: Nutzen Sie dieses Web-Portal, um mehr über die Schwerpunkte und Massnahmen des Konzepts zu erfahren – und um aktuelle Beispiele und Inspirationen zu finden.

Sie möchten das St.Galler Energiekonzept 2021-2030 im Detail studieren? Das Dokument ist auf der Website des Kantons verfügbar.

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