Essen & Reisen
Energieagentur St.Gallen

05. Oktober 2023

Meinen Fussabdruck in die Hand nehmen

Der CO2-Fussabdruck sagt aus, wie schwer unser Eingriff in die Natur auf die Erde drückt. Aber welche Möglichkeiten haben wir, um dieses Gewicht zu reduzieren? In einem Workshop stellten sich die Mitarbeitenden des Amtes für Wirtschaft und Arbeit diese Frage. Und sie fanden viele Antworten.

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Christian Eisenhut
Energieagentur St.Gallen

Konsumgüter und Flugreisen miteingerechnet, liegen die durchschnittlichen CO2-Emissionen in der Schweiz bei über 12 Tonnen pro Kopf und Jahr. Dieser Fussabdruck muss sehr schnell und markant kleiner werden, wollen wir die Klimaziele bis 2050 erreichen. Wie können wir unseren Lebensstil in den Bereichen Wohnen, Energie, Mobilität, Konsum und Ernährung positiv beeinflussen?

In einem Workshop suchten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Amtes für Wirtschaft und Arbeit des Kantons St.Gallen nach Möglichkeiten. Nach einer kurzen Einleitung durften die Teilnehmenden zwei Themenfelder bestimmen, die sie vertiefen wollten. Konsum und Ernährung waren meistens von grösstem Interesse. In kleinen Gruppen suchten die Teilnehmenden nach Chancen in ihrem Alltag und was sie motivierte, diese Chancen zu nutzen. Anschliessend diskutierten sie die Vorschläge im Plenum.

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Workshop mit Mitarbeitenden des Amts für Wirtschaft und Arbeit.

Ein kurzer Auszug aus einer langen Liste:

  • Regionale und saisonale Produkte bewusst einkaufen, idealerweise im Hofladen in der Nähe, mit einer Gemüsetasche im Abo oder aus einem Projekt der solidarischen Landwirtschaft
  • Lebensmittel-Resten kreativ verarbeiten
  • Sharing- und Second-Hand-Angebote nutzen
  • Beim Käfälä mehr die Qualität und Zeit geniessen, dafür weniger Tassen trinken
  • Bike to Work
  • Kurze und mittlere Strecken im Alltag zu Fuss gehen

Ein abgelaufenes Joghurt kann ich lange über das Ablaufdatum hinaus noch essen: einfach Deckel anschauen, riechen, probieren und geniessen. 

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Zitat
aus dem Workshop

Dieser Austausch machte schnell klar, dass die Motivation nicht primär im CO2-Reduzieren steckt. Das empfanden viele Teilnehmende als zu abstrakt oder gar hemmend. Es ging ihnen vielmehr um eine positive Wirkung auf die eigene Gesundheit, genügend Bewegung, eine gewisse Entschleunigung, bewussten Genuss, sozialen Austausch, Abhängigkeiten reduzieren, Abwechslung im Alltag und tiefere Kosten. Das sind die entscheidenden Treiber für einen nachhaltigeren Lebensstil. Aber hemmt das nicht die Wirtschaft? Müssten wir anstelle der Elektromobilität nicht besser ganz auf das eigene Auto verzichten? Haben wir noch eine Chance, den Klimawandel zu stoppen?

Ich habe Nachtzugverbindungen neu entdeckt. Das Angebot ist seit einigen Jahren deutlich besser. Auf Flugreisen kann ich so gut verzichten. 

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Zitat
aus dem Workshop

Die Meinungen, Ideen und Aussagen zu diesen und vielen weiteren Fragen waren so vielfältig und unterschiedlich wie die Teilnehmenden selbst. Aus Sicht der Workshop-Organisation war dies der spannendste Punkt überhaupt: Wie wollen wir in Zukunft leben? Was haben wir selbst in der Hand? Antwort: Packen wir es an und tauschen uns darüber aus – mit den unterschiedlichsten Leuten.

Ich engagiere mich seit Jahren in einer lokalen Gruppe zur Reduktion von Food Waste. Wir nutzen kreativ grössere Mengen an Lebensmittelabfällen aus dem Detailhandel und der lokalen Produktion. 

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Zitat
aus dem Workshop

Der ökologische Handabdruck

Der ökologische Handabdruck erfasst deine Aktivitäten, die nachhaltiges Verhalten fördern und unterstützen und die zu einer verbesserten Situation für mehrere Menschen führen.

Was kann ich tun?

  • Ermittle deinen Fussabdruck mit dem Footprint-Rechner by Swiss Climate und erhalte Tipps für den Alltag.
  • Wer es genauer wissen will, nimmt den Footprint-Rechner des WWF.
  • Wie sehen meine jährlichen Geldflüsse aus? Wie viel Zeit verbringe ich täglich an der frischen Luft? Beurteile deinen eigenen Lebensstil durch die kreative Brille…
  • Wer sich aktiv einsetzen will, um den Handabdruck zu vergrössern, findet hier Ideen.

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